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DIHK-REPORT GESUNDHEITSWIRTSCHAFT FRÜHSOMMER 2012

In der Gesundheitswirtschaft stehen die Zeichen auf Wachstum!

Die Gesundheitswirtschaft schätzt ihre Geschäftslage besser ein als noch zu Jahresbeginn und liegt damit wieder vor der Einschätzung der Gesamtwirtschaft.
In nahezu allen vertretenen Branchen herrscht ausnahmslos gute Stimmung. Mit Ausnahme der Pharmaindustrie, in der sich in einigen Bereichen die Einschätzungen leicht verschlechtert haben, schätzt die Branche dennoch ihre derzeitige Lage, aber auch die Geschäfts- und Exportentwicklungen in den kommenden Monaten äußerst positiv ein.

Gesundheitswirtschaft bleibt Jobmotor
Die Gesamtwirtschaft schafft im Gesamtjahr nach DIHK-Prognose 450.000 Arbeitsplätze - davon gehen rund 90.000 auf das Konto der Gesundheitswirtschaft. Egal ob in den sozialen Diensten, Medizintechnik, Pharmaindustrie oder Handel mit Gesundheitsprodukten – alle planen einen stärkeren Stellenaufbau – ein Trend, der sich in diesem Wirtschaftszweig konsequent hält.

Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko
Wo Licht ist, ist aber auch Schatten. Die Konjunkturanalyse zeigt deutlich die Sorge vor den Auswirkungen des Fachkräfteproblems in der Gesundheitswirtschaft. Knapp 44 Prozent der Betriebe in der Gesundheitswirtschaft sehen ihn bereits in den kommenden Monaten als Gefahr für ihre wirtschaftliche Entwicklung.
Und nicht nur die personalintensiven Branchen, wie die Gesundheits- und sozialen Dienste sind betroffen. Auch die Medizintechnik oder die Pharmaunternehmen schätzen den Fachkräftemangel als großes Risiko ein.

„Und dies ist kein Wunder“, meint Klaus Leibiger, Geschäftsführer Thermalbad Wiesenbad Gesellschaft für Kur und Rehabilitation mbH, Mitglied der Vollversammlung der IHK Chemnitz und des DIHK-Ausschusses für Gesundheitswirtschaft. „Wo im Bereich des ersten Gesundheitsmarktes, wie zum Beispiel bei den Kliniken gerade der Ärztemangel eine Rolle spielt, schlägt sich in anderen Branchen, zum Beispiel besonders der Mangel an Ingenieuren nieder.“

„Es gibt jedoch verschiedene Ansatzpunkte, dem Fachkräftemangel zu begegnen. Potenziale älterer Arbeitnehmer sollten nicht ungenutzt bleiben, auch spielen betriebliche Gesundheitsförderung und Weiterbildung eine große Rolle“, so Klaus Leibiger. Auch Konzepte zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zum Beispiel zur Kinderbetreuung, machen Unternehmen attraktiv für gut ausgebildete potentielle Arbeitnehmer.

Schaffung gesunder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen wichtig
Die Gesundheitswirtschaft ist im Kernbereich ein stark regulierter Sektor. In der Konsequenz ist es nicht verwunderlich, dass im Ranking der größten Risiken die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bei den Unternehmen weit vorn liegen. Viele Reformpakete stecken der Gesundheitswirtschaft noch in den Gliedern. Auch die Risiken hoher Energie- und Rohstoffpreise sind für viele Branchen relevant. 55 Prozent der Unternehmen der  Pharmaindustrie wie auch die Medizintechnik sehen die Energie- und Rohstoffpreise als Risiko.

Ansprechpartner:
Klaus Leibiger, Geschäftsführer Thermalbad Wiesenbad Gesellschaft für Kur und Rehabilitation mbH, Mitglied der Vollversammlung der IHK Chemnitz und des DIHK-Ausschusses für Gesundheitswirtschaft, Tel. 03733/5040

Nora Mehlhorn, Referentin Allg. Wirtschaftsrecht/Dienstleistungen der IHK Chemnitz, Tel. 0371/6900-1303


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  • THEMA DER WOCHE

13.06.2013

Weichenstellung: Berufsorientierung gehört ins Schulprogramm

Wenn Auszubildende während der Lehre feststellen, dass sie sich für den falschen Beruf entschieden haben, ist das für alle Beteiligten unerfreulich. Der DIHK fordert deshalb eine systematische Berufsorientierung schon in der Schule und verweist darauf, dass Unternehmen und IHKs als Kooperationspartner für die Berufsorientierung bereitstehen. Beispielsweise bieten mittlerweile 38 Prozent der Betriebe Schülern Praktikumsplätze an – 2011 galt das nur für 24 Prozent.

  • KAMMERZEITSCHRIFT AUSGABE 06 | 2013