Carnet ATA/CPD - die vorübergehende Ausfuhr

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Das Carnet ATA/CPD ist ein internationales Zollpapier, das die zoll- und steuerfreie vorübergehende Ausfuhr von Waren erleichtert. Voraussetzung ist, dass die Waren nach der vorübergehenden Ausfuhr in unverändertem Zustand wieder in die EU eingeführt werden. Für welche Länder das Carnet ATA ausgestellt werden kann, finden Sie unter dem Gliederungspunkt Carnet ATA - Anwenderstaaten.
Das Carnet CPD ermöglicht es, Waren vorübergehend nach Taiwan zu verbringen. Das Verfahren beruht auf einer Vereinbarung zwischen der EU und Taiwan und kann auch nur in diesem Verhältnis angewendet werden. Falls außer Taiwan noch andere Länder besucht werden, ist zusätzlich ein Carnet ATA zu verwenden.
Vorteile des Carnets ATA sind z. B. eine zügige Grenzabfertigung, beliebig häufige Benutzung während der Gültigkeitsdauer von maximal einem Jahr und teilweiser Wegfall der üblichen Ausfuhrdokumente (Handelsrechnung, Ausfuhranmeldung, Warenverkehrsbescheinigungen etc.). 
An die Stelle einer Hinterlegung von Sicherheiten tritt die Bürgschaft einer Organisation, die Mitglied einer internationalen Kette von Zollbürgen ist. Ohne diese Bürgenkette wäre das Verfahren nicht möglich. Die bürgende Organisation Deutschlands ist der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der die Industrie- und Handelskammern ermächtigt hat, in seinem Namen Carnets ATA auszugeben. Das damit verbundene Zahlungsrisiko wird von der Euler Hermes Deutschland Niederlassung der Euler Hermes SA, Hamburg, rückverbürgt. Für die Haftungsübernahme bekommt Euler Hermes ein Versicherungsentgelt, das die IHK den Carnetinhabern berechnet und weiterleitet. Eine Diebstahl- oder Transportversicherung ist damit nicht verbunden.
Nach Vorlage des ausgefüllten Carnets ATA bei der IHK ist die Nämlichkeit (Identität) der Ware vor der Reise vom zuständigen Zollamt zu sichern.
Zum Ausfüllen der Carnetformulare stehen Ihnen unter dem Gliederungspunkt Carnet-Ausfüllhilfen die entsprechenden Vorlagen im pdf-Format zur Verfügung.
Bei Fragen kontaktieren Sie Ihren zuständigen IHK Ansprechpartner.
Weitere Informationen zum Carnet finden Sie auch auf www.zoll.de.
Mit dem Carnet ATA/CPD wird im Wesentlichen die vorübergehende Verbringung folgender Waren ins Ausland erleichtert:
  • Berufsausrüstung hierzu gehören u. a. Werkzeuge, Montageausrüstungen, Mess- und Prüfgeräte sowie Computer und Zubehör.
    Ausgeschlossen sind Ausrüstungen, die zur ausschließlichen Beförderung im Inland, der Errichtung, Instandsetzung oder Instandhaltung von Gebäuden, zu Erdarbeiten oder zu ähnlichen  Zwecken dienen (Gabelstapler, Gerüste/teile)
    Nicht einzutragen sind Montage- oder Verbrauchsmaterial (Ersatzteile, Schrauben, Nägel etc.), das im Ausland eingebaut oder verbraucht wird.
  • Messe- und Ausstellungsgüter sind Waren, die auf Ausstellungen, Messen, Kongressen oder ähnlichen Veranstaltungen ausgestellt oder verwendet werden sollen. Hierzu gehören auch Messestände samt Zubehör.
    Nicht einzutragen sind Prospekte, Werbe-, Büro- oder Verbrauchsmaterialien, die während der Messe verteilt oder verbraucht werden sollen.
  • Warenmuster sind Gegenstände, die eine bestimme Art bereits hergestellter Waren darstellen oder Modelle von Waren sind, deren Herstellung vorgesehen ist. Diese Muster dürfen im Carnetverfahren nur zu Werbezwecken aus- bzw. eingeführt werden Nicht einzutragen sind Waren, die gegen Entgelt vermietet oder gegen eine Aufwandpauschale überlassen werden.
Die aktuellen Versicherungsentgelte (mit Wirkung vom 01.11.2015) finden Sie in der folgenden Tabelle:
Warenwert Warenwert Entgelt
von             0,01 EURbis         9.999,99 EUR  37,00 EUR
von  10.000,00 EURbis              24.999,99 EUR  63,00 EUR
von  25.000,00 EURbis       49.999,99 EUR110,00 EUR
von  50.000,00 EURbis     149.999,99 EUR210,00 EUR
von150.000,00 EURbis     299.999,99 EUR380,00 EUR
von300.000,00 EURbis     499.999,99 EUR630,00 EUR
+  für jede weitere angefangenen 500.000,00 EUR:420,00 EUR