Die Bäume wachsen nicht in den Himmel

DIHK legt "AHK World Business Outlook" vor
(21.11.2017) Die dynamische Weltwirtschaft sorgt für gute Geschäfte bei deutschen Unternehmen im Ausland. Ihre aktuelle Situation und ihre Erwartungen beschreibt der vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) vorgestellte "AHK World Business Outlook".
An der Befragung durch die Deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) beteiligten sich rund 3.000 deutsche Unternehmen, Niederlassungen und Tochtergesellschaften sowie Betriebe mit engem Deutschlandbezug. Ihre Lageeinschätzungen bleiben auf hohem Niveau; die Stabilität ist jedoch risikobehaftet.
"Wirtschaftswachstum und Welthandel haben zuletzt wieder Schwung bekommen", fasste DIHK-Präsident Eric Schweitzer die Ergebnisse der Untersuchung gegenüber der Tageszeitung "Die Welt" zusammen. Diese positive Entwicklung ziehe sich auch ins nächste Jahr.
"Dennoch wachsen die Bäume nicht in den Himmel", relativierte der DIHK-Präsident. Angesichts des Reports sehe der DIHK "etliche Risiken heraufziehen". So seien deutsche Unternehmen zwar weiterhin in vielen Teilen der Welt überaus erfolgreich – insbesondere in China und Europa. Handelsbarrieren oder aktuelle politische Entwicklungen wie der Brexit schränkten ihre Geschäfte aber immer mehr ein.
"Hinzu kommt die Unsicherheit über die künftigen Wirtschaftsbeziehungen mit unserem größten Exportland USA – gerade vor dem Hintergrund der protektionistischen Äußerungen von US-Präsident Trump", fuhr Schweitzer fort. Und: "In vielen Ländern der zweiten Reihe läuft die Wirtschaft nur auf Sparflamme, da sie durch die Politik ausgebremst wird."
Dem AHK World Business Outlook zufolge sieht inzwischen jedes zweite Unternehmen weltweit in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ein Risiko für die eigenen Geschäfte. "Unnötige Bürokratie, Handelsbarrieren oder protektionistische Maßnahmen verhindern ein höheres Wachstum", berichtete Schweitzer.
Zudem würden die bereits bestehenden Erfolge wirtschaftlicher Zusammenarbeit infrage gestellt: "Der Brexit wird nach dem jetzigen Stand die Geschäfte deutscher Unternehmen erheblich einschränken. Und auch die Nafta-Neuverhandlungen schüren die Unsicherheit der Unternehmen über die Zukunft des weltweiten Handels."
Wichtig sei daher, dass bei EU-Handelsabkommen wie mit Japan und Mercosur rasch eine umfassende Einigung erzielt werde, mahnte der DIHK-Präsident. "Beim bevorstehenden Ministertreffen in Argentinien sollte die Bundesregierung darüber hinaus für eine Stärkung der WTO werben."