Vorsicht vor Fake-Shops!

Tipps zum sicheren Onlineshopping in der Hochsaison; BKA rüstet parallel zur Bekämpfung von Cyber-Kriminalität auf 


Onlineshopping hat sich mit den Möglichkeiten der mobilen Endgeräte und des überall verfügbaren Internet zu einer alltäglichen Einkaufsform entwickelt. Genutzt wird diese sowohl von Privatpersonen als auch von Unternehmen in gleichem Maße. Gerade in der Vorweihnachtszeit ist es eine der beliebtesten Einkaufsformen. LKA-Präventionsexperte Sebastian Rieß rät in diesem Zusammenhang, sich genaue Überlegungen zur eigenen IT-Sicherheit zu machen: "Denn wer sich um die digitale Sicherheit kümmert, muss sich weniger Gedanken um einen Schadensfall machen." 
Bei aller Liebe zur großen Schnäppchenjagd und dem Hang zum mühelosen Einkaufserlebnis sollte die Sicherheit der Nutzerdaten nie vergessen werden. Allzu schnell werden sonst Kreditkartendaten gestohlen, hinterlegte Zahlungsinformationen missbraucht oder wichtige Log-In-Daten per Phishing entwendet. Die Landeskriminalämter und Verbraucherzentralen zeigen im Rahmen der Präventionskampagne „Genug Betrug“ mit sieben einfachen Tipps, wie Fake-Shops im Gegensatz zu seriösen Unternehmensanbietern zu erkennen sind und man sich vor Betrug beim Onlinekauf schützen kann.
  • Einen Blick in das Impressum werfen, die Betreiber von Online-Shops sind verpflichtet, auf ihrer Internetseite im Impressum unter anderem den Firmennamen, die geographische Adresse und eine E-Mail-Adresse anzugeben. Unstimmigkeiten oder fehlende Kontaktdaten können ein Hinweis darauf sein, dass es sich um einen Fake-Shop handelt. Ist auf der Internetseite kein Impressum vorhanden, sollte auf gar keinen Fall dort bestellt werden.
  • Bewertungen kritisch vor dem ersten Kauf hinterfragen. Kundenbewertungen können gefälscht sein, bei allzu überschwänglichen Lobeshymnen besonders mit auffälligen Schreibfehlern oder in gebrochenem Deutsch gilt es misstrauisch zu bleiben. Informieren Sie sich bei unterschiedlichen Bewertungsportalen und holen Sie sich ein Meinungsbild ein.
  • Gütesiegel auch auf Echtheit prüfen. Wirbt der Shop mit einem Gütesiegel, kann durch einen Mausklick auf das Siegelemblem überprüft werden, ob der Online-Shop es rechtmäßig verwendet. Bei frei erfundenen, nichtssagenden Labels ist Vorsicht geboten. Unter internet-guetesiegel.de sind mehrere vertrauenswürdige Siegel zusammengestellt.
  • Sichere Zahlungsmethoden bieten einen guten Schutz. Am sichersten ist die Bezahlung nach Erhalt einer Rechnung oder das Erteilen einer Einzugsermächtigung, also die Zahlung per Lastschriftverfahren. Zahlen Sie nicht mit riskanten Zahlungsmethoden wie der Vorauskasse, wenn Sie den Onlineshop nicht kennen.
  • Wird das Produkt im Vergleich zu anderen Shops ungewöhnlich günstig angeboten, ist Skepsis angebracht.
  • Um den Bestellvorgang abzuschließen, muss der Bestellbutton mit der Aufschrift "Zahlungspflichtig bestellen", "Jetzt kaufen" oder "Zahlungspflichtig buchen" beschriftet sein. Sollte es auf dem Bestellbutton nur "Anmelden" oder "Bestellen" heißen, ist Vorsicht geboten.
  • Hinweise auf verfügbare Ware, die sonst überall restlos ausverkauft ist oder nur nach langer Wartezeit wieder lieferbar, ist ein weiteres Indiz für einen Fake-Shop.  
Wer dennoch Opfer eines Fake-Shops geworden ist, sollte Strafanzeige bei der nächsten Polizeidienststelle erstatten und sich umgehend bei seinem Geldinstitut erkundigen, ob es den gezahlten Kaufpreis zurückholen kann.
Diese Art von Betrug ist nur eine der Möglichkeiten, wenn man als Unternehmen oder Privatperson im Internet unterwegs ist. Aktuelle polizeiliche Erkenntnisse und Unternehmensbefragungen zeigen deutlich, dass die deutsche Wirtschaft quer durch alle Unternehmensbereiche in einem hohen Maße von Internetkriminalität (Cybercrime) in den verschiedenartigsten Formen betroffen ist. Die Situation hat sich in den letzten Jahren noch weiter verschärft, weil die Art der Angriffe komplexer und vielfältiger geworden ist. Es wird spioniert, erpresst, betrogen und Unternehmens- und Kundendaten werden widerrechtlich abgegriffen. Der Wirtschaftsstandort Deutschland gilt als eines der bevorzugten Ziele von Hackern. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig mit den möglichen Bedrohungsszenarien vertraut zu machen, die erforderlichen Schutzmöglichkeiten zu kennen und Maßnahmen zu ergreifen! Technische Sicherheitslösungen sind nur ein Baustein zu einem umfassenden Sicherheitskonzept. Die Zentralen Ansprechstellen Cybercrime der Polizeibehörden der Länder und des Bundes für die Wirtschaft stehen dabei als kompetenter und vertrauensvoller Partner zur Verfügung.
Aufgrund der ansteigenden Tendenzen im Bereich Cyber-Kriminalität hat Holger Münch, Chef des Bundeskriminalamtes (BKA) in der Herbsttagung "Sicherheit in einer offenen und Digitalen Gesellschaft" im November 2018 verkündet, nun den Kampf gegen Hacker sowie Computerbetrug zu verstärken und plant den Aufbau einer neuen Abteilung, in welcher die Kompetenzen für digitale Ermittlungen gebündelt werden. Grundlage sei eine bereits bestehende Gruppe, die bislang im Bereich organisierte Kriminalität angesiedelt ist. Der letzten Erhebung zufolge wurden 2017 bundesweit fast 86.000 Fälle von Cyber-Kriminalität erfasst und damit vier Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die entstandenen Schäden erhöhten sich von 50,9 Millionen auf 71,4 Millionen Euro. Die Experten gehen jedoch von einer enormen Dunkelziffer von rund 90 Prozent aus, weil erfahrungsgemäß nur ein Bruchteil der Straftaten zur Anzeige gebracht wird.