DIHK-Schlaglicht Tourismuskonjunktur

Die Tourismuswirtschaft startet voller Optimismus in die Sommerferien. Das zeigt eine neue Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die auf knapp 5.000 Antworten von Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben, Campingplätzen, Reisebüros und -veranstaltern sowie Busunternehmen beruht.
"Wir rechnen mit dem achten Rekordsommer in Folge", so der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks. Besonders die Campingwirtschaft erwarte "einen Super-Sommer": Hier liege der Saldo der Geschäftserwartungen mit 39 Punkten nochmals 6 Punkte über dem schon guten Vorjahreswert.
Der DIHK führt das auf die starke Binnennachfrage und steigende Gästezahlen aus dem Ausland zurück. "Im Trend liegen vor allem der Alpenraum und die Küstenregionen, insbesondere die Nordsee", so Dercks. Die Dynamik im Städtetourismus lasse hingegen weiter etwas nach.
Auch die Erwartungen der Reiseveranstalter (Saldo Geschäftserwartungen: 27 Punkte, plus 25 Punkte) und Reisebüros (Saldo Geschäftserwartungen: 10 Punkte, plus 36 Punkte) haben sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich erholt: Die Anbieter haben sich auf die weltpolitische Lage eingestellt und bieten Kunden vermehrt alternative Reiseziele an. Im Bussegment ist die große Euphorie nach Öffnung des Fernbusmarktes verflogen. Der Saldo sinkt um zwei auf minus sieben Punkte.
Die gute Nachfragesituation überdeckt aber kurzfristig strukturelle Probleme der Branche: "Neue Bürokratie wie beispielsweise zusätzliche Anforderungen an die Registrierkassen sind vor allem für viele kleine und mittelständische Unternehmen schwer zu verkraften", warnt der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer.
"Haupt-Herausforderung ist und bleibt aber der Mangel an Fachkräften." Hierin sähen sechs von zehn Betrieben aus Hotellerie und Gastronomie ihr größtes Risiko. "Allein die Bundesagentur für Arbeit weist in der Tourismusbranche über 50.000 offene Stellen aus", sagt Dercks. "Letztlich müssen Angebote eingeschränkt werden, wenn das Personal dafür fehlt." Das kann für den Tourismusstandort Deutschland langfristig zum Risiko werden.
Damit zusätzliche Beschäftigungspotenziale gehoben werden könnten, sind unter anderem weitere Vereinfachungen bei der Beschäftigung von ausländischen Fachkräften nötig. Dazu zählt u.a. die Erweiterung der entsprechenden Positivliste von Engpassberufen bei der Bundesagentur für Arbeit um gastgewerbliche Berufe. "Auch mehr Kinderbetreuungsangebote, die sich an den im Tourismus normalen Arbeitszeiten der Eltern auch in Tagesrandzeiten und am Wochenende orientieren, würden helfen", so Dercks.