PM 48 | 19.05.2017

Konjunktur Sachsen: IHK-Geschäftsklimaindex wiederholt mit Bestmarke

Die Entwicklung der sächsischen Wirtschaft kennt derzeit nur eine Richtung – nach oben. Während die Einschätzungen der Unternehmen zur Geschäftslage den erst zur
vorherigen Umfrage erreichten Höchstwert bestätigen, legen die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate noch weiter zu. Der Wachstumskurs setzt sich somit kontinuierlich fort. So lautet das Fazit der aktuellen Konjunkturumfrage der sächsischen Industrie- und Handelskammern, an der sich 1 646 Unternehmen aus Industrie, Baugewerbe, Einzel- und Großhandel, Dienstleistungen und Verkehr mit mehr als 91 000 Beschäftigten beteiligten.
Der IHK-Geschäftsklimaindex, der die Einschätzung zur aktuellen Lage und zu den Erwartungen in sächsischen Unternehmen gleichrangig berücksichtigt, steigt zum Jahresbeginn 2017 um weitere zwei auf 132 Punkte und erzielt erneut eine Bestmarke.
Gegenüber dem Frühjahr 2016 hat sich die Beurteilung der Geschäftslage in nahezu allen Wirtschaftsbereichen verbessert. 58 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage mit gut und unterstreichen damit eindrucksvoll die gute Konjunkturentwicklung der vergangenen zwölf Monate. Die Geschäftserwartungen sind so zuversichtlich wie lange nicht mehr. Über alle Wirtschaftsbereiche hinweg liegen die Prognosen höher als vor einem Jahr. Über 90 Prozent der Unternehmen rechnen mit besseren oder gleichbleibenden Geschäften.
Die Branchen
Die geschäftliche Situation in der sächsischen Industrie hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verbessert. Die Lagebeurteilungen der Unternehmen erreichen den höchsten Wert seit Jahresbeginn 2011. Auch die Geschäftserwartungen sind gestiegen. Neben der steigenden Inlandsnachfrage werden auch aus dem Ausland immer mehr Produkte geordert.
Im sächsischen Baugewerbe ist die Stimmung ebenfalls ausgesprochen gut. Eintrübungen aufgrund saisonaler Effekte blieben gering, so dass die Firmen ihre Lage nahe der zuletzt erzielten Bestmarke beurteilen. Mit der aktuellen Frühjahrsbelebung haben die Unternehmen ihre zuletzt schon optimistischen Geschäftsaussichten nochmals deutlich angehoben.
Eine positive Grundstimmung herrscht aktuell auch im Dienstleistungsgewerbe vor. In Anbetracht der insgesamt guten konjunkturellen Gesamtlage und der damit verbundenen günstigen Nachfrageentwicklung sehen die Firmen weiteren Spielraum nach oben. So gehört das Dienstleistungsgewerbe auch 2017 zu den Wachstumstreibern der sächsischen Wirtschaft.
In Verbindung mit einer steigenden Kaufkraft und Kauflaune der Verbraucher hat sich die Lage im Einzelhandel insbesondere seit 2015 deutlich verbessert. Im Ergebnis erreicht aktuell nicht nur die Lagebeurteilung einen neuen Höchststand, auch ihre Geschäftsaussichten beurteilen die Unternehmen – trotz steigender Arbeitskosten – so gut wie nie.
Auch der sächsische Großhandel kann vom breit angelegten Konjunkturaufschwung partizipieren. Fast die Hälfte der Firmen beurteilt ihre Lage mit gut. Aufgrund der optimistischen Geschäftsaussichten in den meisten Zulieferbranchen sind auch die Großhändler für die Zukunft positiv gestimmt, ihre Geschäftserwartungen fallen höher aus als vor einem Jahr.
Im Verkehrsgewerbe ist die Stimmung ebenfalls bestens. Trotz kleiner Schwankungen zeigt der Trend bei den Lagebeurteilungen nun schon seit 2014 nach oben. Steigende Auftragseingänge und daraus resultierend höhere Umsatzerwartungen lassen auch die Geschäftsprognosen für die kommenden Monate kräftig auf ein neues Allzeithoch ansteigen.
Investition und Beschäftigung
Die Investitionsplanungen der Unternehmen haben sich – im Zuge der verbesserten Erwartungen – ebenfalls leicht erhöht. Mit 23 Prozent wollen immerhin mehr als doppelt so viele Unternehmen ihre Investitionen erhöhen statt verringern.
Aufgrund der guten Konjunktur bleibt auch die Personalnachfrage der Unternehmen hoch. Jede fünfte sächsische Firma will ihre Mitarbeiterzahl 2017 erhöhen und nur knapp jede zehnte diese verringern. Damit dürfte der Beschäftigungszuwachs in der gewerblichen Wirtschaft anhalten, sich gleichzeitig aber das Problem bei der Stellenbesetzung aufgrund des sinkenden Fachkräfteangebotes verstärken.
Das Risikoradar
Trotz weiterhin hoher politischer Risiken (protektionistische Tendenzen, Brexit-Verhand-lungen u.a.) haben sich die weltwirtschaftlichen Wachstumsperspektiven zuletzt wieder verbessert. In den meisten Industrieländern hat sich das Wirtschaftswachstum stabilisiert und auch in zahlreichen Schwellenländern ist eine wirtschaftliche Belebung zu beobachten. Davon kann auch die sächsische Wirtschaft profitieren und ist entsprechend zuversichtlich.  Meistgenanntes Geschäftsrisiko der Unternehmen ist mit aktuell 49 Prozent der Fachkräftemangel. Der bisher führende Faktor „Entwicklung der Arbeitskosten“ rutscht mit 46 Prozent auf den zweiten Rang, gefolgt von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (40 Prozent) und der Inlandsnachfrage (38 Prozent).
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