PM 62 | 28.06.2017

Pyrrhussieg für die ostdeutschen Stromverbraucher

Die Industrie- und Handelskammer Chemnitz begrüßt zunächst grundsätzlich die längst fällige Einigung bei der Harmonisierung der Übertragungsnetzentgelte.


Sie wird schrittweise zur Entlastung der ostdeutschen Wirtschaft führen, wenngleich die lang bemessene Übergangszeit von 2019 bis Ende 2022 die bestehenden Wettbewerbsnachteile der ostdeutschen Wirtschaft grundlos weiter verschleppt.
Die Loslösung der Kosten für die Anbindung der Offshore-Windanlagen aus den Netzkosten und deren Beaufschlagung bei der Offshore-Haftungsumlage ab 2018 führt sogar dazu, dass die kleinen und mittelständischen Verbraucher in diesem Zeitraum leichte Kostensteigerungen verkraften müssen.
„Das ist ein Pyrrhussieg der ostdeutschen Wirtschaft und der Stromverbraucher“, so Hans-Joachim Wunderlich, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz.
Leider sind die Worte des CDU-Fraktionsvize Michael Fuchs: 'Gleiche Übertragungsnetzentgelte in Deutschland sind ein Gebot der Fairness' in der Regierungskoalition offensichtlich nur zum Teil angekommen.

Hintergrund:
Bei der Offshore-Haftungsumlage sind große Stromverbraucher begünstigt. Mit der Loslösung der Anbindungskosten von Offshore-Anlagen, beginnend mit dem Jahr 2018, entsteht ein Umverteilungseffekt in Richtung kleine und mittlere Verbraucher, der zu leichten Strompreiserhöhungen führt und erst mit der beginnenden Harmonisierung ab 2019 kompensiert wird. Eine Entlastung tritt erst schrittweise nach 2019 ein.

IHK-Ansprechpartner im Fachbereich: Dietmar Richter, Tel. 0371/6900-1220