PM 71 | 01.08.2017

Tourismusbarometer weiter positiv!

Kurzes Stimmungsbild bei Hotel- und Gaststättenbetrieben sowie Reiseunternehmen der IHK Chemnitz

Nach der Saisonumfrage Tourismus der IHK Chemnitz im Frühjahr 2017 steigt der Geschäftsklimaindex, der sich aus der Geschäftslage und den Geschäftserwartungen ergibt, sowohl im Gastgewerbe als auch in der Reisebranche weiter an. Im Gastgewerbe wird der höchste Stand seit Jahren erreicht.
„Zur guten Stimmung im Gastgewerbe hat vor allem der schneereiche Winter neben einer verstärkten Inlandsnachfrage beigetragen. So verlief das Winterhalbjahr für über vierzig Prozent der beteiligten Hoteliers und Gastronomen gut“, sagt Ilona Roth, Geschäftsführerin Handel/Dienstleistungen.
Nur über 10 Prozent der gastgewerblichen Betriebe im Vergleich zu über 20 Prozent im Vorjahr waren nicht zufrieden. Die Lageeinschätzung ist in der Beherbergung besser als in der Gastronomie.
In der Reisebranche waren rund 10 Prozent unzufrieden. Hier berichten allerdings mehr als die Hälfte der beteiligten Reiseagenturen von guten und ein Drittel von befriedigenden Geschäften. Die Lageeinschätzung in der Reisebranche hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert.
Für die begonnene Sommersaison lautet die überwiegende Einschätzung der Geschäftserwartung in der Tourismusbranche „gleichbleibend“, im Gastgewerbe etwas verhaltender als im Vorjahr, in der Reisebranche deutlich optimistischer.
„Die gute wirtschaftliche Lage und die anhaltende Reiselust der Deutschen lassen die Reiseveranstalter und -büros trotz Verunsicherungen der Kunden in Folge der weltpolitischen Lage wieder aufatmen. Allgemein sieht die Reisebranche in der Entwicklung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen die größten Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Unternehmen“, so Frau Roth weiter.
Für das Gastgewerbe liegen die größten Risiken in den Arbeitskosten, den Energiepreisen und im Fachkräftemangel.
Anhaltend will die große Mehrheit der beteiligten Tourismusunternehmen ihren Personalbestand halten. Im Gastgewerbe zeichnen sich leicht negative Beschäftigungstendenzen gegenüber dem Vorjahr ab, in der Reisebranche bleiben die Beschäftigungspläne auf Vorjahresniveau. Demgegenüber verbessert sich die Investitionsbereitschaft vor allem in der Beherbergung und in der Reisebranche, während diese in der Gastronomie auf Vorjahresniveau stagniert. Erneut wird vor allem in Modernisierung/Ersatzbeschaffung vor Kostensenkungsmaßnahmen im Gastgewerbe und Angebotserweiterungen in der Reisebranche investiert.

Gastgewerbe mit Winterhalbjahr sehr zufrieden, aber verhaltene Erwartungen an die Sommersaison

Kurzes Stimmungsbild bei Hotel- und Gaststättenbetrieben sowie Campingplätzen der IHK Chemnitz

 

Auf die Sommersaison 2017 blickt das Gastgewerbe der IHK Chemnitz etwas verhaltener als im Vorjahr. Während gleiche Anteile der Beteiligten wie im Frühjahr 2016 auf bessere Geschäfte hoffen, geht ein größerer Anteil von Verschlechterungen aus. Die große Mehrheit rechnet mit gleichbleibenden Geschäften. Offensichtlich beeinflussen angemerkte Risikofaktoren (Textangaben) wie z.B. Bürokratie, Abgabenlast und Arbeitskräftemangel die Zukunftserwartungen. Ein Unternehmen beschreibt die Lage so:
„Immer mehr gesetzliche Auflagen, man kommt nicht mehr zu seiner eigentlichen Arbeit“.
Dabei verlief das Winterhalbjahr 2016/17 deutlich besser als das vorangegangene Winterhalbjahr, besonders in der Beherbergung. Nach Jahren mit einem zu milden Winter brachte der schneereiche Winter in der zurückliegenden Saison vor allen den Wintersportgebieten Gästezuwächse.
Neben dem guten Winterwetter wurde eine verstärkte Inlandsnachfrage festgestellt. Allerdings haben sich erneut länger andauernde Straßenbaumaßnahmen bzw. Baustellen negativ auf die Geschäfte ausgewirkt. Kritisch werden zudem Gemeinde- oder Vereinshäuser und die gastronomische Betätigung von Vereinen angesehen. Als Positivfaktoren werden persönliches Engagement und gute qualifizierte Teamarbeit, Mundpropaganda und eine positive Entwicklungen im unmittelbaren Umfeld betrachtet (freie Textangaben der Unternehmen).
Bei der Bewertung der Risikofaktoren für die Geschäftsentwicklung werden aktuell die Energiepreise im Gastgewerbe deutlich höher bewertet als im Vorjahr. Anhaltend sind Arbeitskosten und Fachkräftemangel die Themen in der Branche sowie auch weiterhin die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.
Die Investitionsbereitschaft in der Hotellerie verbessert sich leicht gegenüber dem Vorjahr, in der Gastronomie bleibt der Stand annähernd gleich. Aktuell wollen 70 Prozent in der Beherbergung und 63 Prozent in der Gastronomie investieren. Meistens soll in etwa gleichbleibendem Umfang investiert werden.
Bei den Investitionsmotiven dominieren weiterhin Modernisierung und Ersatzbeschaffung vor Maßnahmen der Rationalisierung und Kostensenkung. Kapazitätserweiterungen spielen nur eine geringe Rolle.
Die meisten Betriebe wollen ihren Mitarbeiterbestand halten, allerdings mit abnehmenden Anteilen zum Vorjahr. Mehr Gastronomen als im Vorjahr denken über Personalkürzungen nach. Damit sind im saisonalen Vergleich leicht negative Beschäftigungstendenzen zu verzeichnen.
Sonderfragen zum Thema Finanzierung
Die meisten Unternehmen nutzen Bankkredite und Leasing, um Vorhaben in ihren Unternehmen zu finanzieren. Auch Förderkredite bzw. -zuschüsse spielen naturgemäß eine Rolle. Zu den sonstigen Finanzierungsformen zählen nach Angaben von Unternehmen z.B. Verwandtendarlehen.
Die Hälfte der beteiligten Unternehmen benötigt aktuell keine Fremdfinanzierung. Die andere Hälfte bewertet den Zugang zur Fremdfinanzierung zu gleichen Anteilen als gut oder schlecht. Als Gründe für einen schlechten oder gar keinen Zugang zum Fremdkapital swerden fehlende oder unzureichende Finanzierungsanteile und Sicherheiten angesehen. Dies dürfte wohl das eine oder andere Investitionsvorhaben sowie die Finanzierung von Betriebsmitteln scheitern lassen.
Sonderfragen zur Entwicklung der Gästezahlen
Die Zahl der Gäste ist aktuell im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei knapp der Hälfte der beteiligten Unternehmen gleich geblieben. Knapp ein Drittel konnte mehr Gäste begrüßen, vor allem aus dem Inland. Bei rund einem Fünftel sind die Gästezahlen zum Vorjahr rückläufig und rund ein Fünftel der Beteiligten hat mehr Gäste aus dem Ausland registriert.
Die Auslandsgäste kommen nach Unternehmensangaben vorrangig aus Tschechien, Österreich, Niederland, Schweiz, Polen, allgemein aus Europa. Gäste aus USA, China und anderen fernen Ländern registrieren vor allem Hotels aus Chemnitz.

Stimmung in der Reisebranche steigt wieder

Kurzes Stimmungsbild bei Reiseunternehmen der IHK Chemnitz

Nach dem Stimmungseinbruch im Vorjahr steigt der Geschäftsklimaindex wieder an, erreicht aber noch nicht die Werte aus den Jahren 2014 und 2015. Mit Blick auf die begonnene Sommersaison sind die beteiligten Reisebüros, -veranstalter und Busunternehmen spürbar optimistischer als noch vor Jahresfrist. Anteilmäßig mehr Unternehmen hoffen auf eine günstigere Geschäftsentwicklung. Die Hälfte der Beteiligte geht von gleichbleibenden Geschäften aus.
Die Geschäftslage im Frühjahr und Winterhalbjahr wird von der Reisebranche deutlich besser bewertet als im Vorjahr. Über die Hälfte der Beteiligten sprechen von guten Geschäften. Rund 10 Prozent sind mit den Geschäften nicht zufrieden. Offensichtlich hat die Verunsicherung der Kunden im Zusammenhang mit der unruhigen weltpolitischen Lage und Terroranschlägen zwar zu einer Veränderung der Reiseziele bzw. zu einem zurückhaltenden Buchungsverhalten in Zielgebiete wie z.B. Türkei und Ägypten geführt,aber allgemein ist die Reiselust der Deutschen, auch durch die gute wirtschaftliche Lage, ungebrochen.
Die größten wirtschaftlichen Risiken sehen die Reiseagenturen in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, mit steigender Tendenz zur Vorjahresbefragung. Konkret benannt werden u.a. die EU-Pauschalreiserichtlinie, die Entwicklungen in der Europäischen Union (z.B. Brexit), der Wegfall ganzer Reisezielgebiete (z.B. Türkei, Tunesien, Ägypten), allgemein die Terrorgefahr sowie ein Anstieg von Verwaltungskosten, -aufwand in den Unternehmen.
Die Investitionsbereitschaft steigt bei den beteiligten Reiseagenturen nach der Zurückhaltung im Vorjahr wieder an. 47 Prozent der Unternehmen ggü. 35 Prozent im Vorjahr haben Investitionspläne, meistens in gleichbleibendem Umfang. Dabei dominieren nach wie vor Modernisierung/Ersatzbeschaffung vor Angebots- und Kapazitätserweiterungen als Investitionsmotive. Die Beschäftigungspläne bewegen sich auf Vorjahresniveau. Die große Mehrheit will ihren Personalbestand annähernd gleich halten.
Sonderfragen zur Finanzierung
Die meisten Reiseunternehmen, 70 Prozent der Beteiligten, nutzen zur Finanzierung Bankkredite. Vereinzelt werden als weitere Formen Leasing, Förderkredite/-zuschüsse, Bürgschaften und sonstige Finanzierungsformen angegeben. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten wie z.B. Wagnis- und Beteiligungskapital finden keine Anwendung. Rund die Hälfte der Unternehmen, die Angaben zum Zugang zu Fremdfinanzierung machen, bewerten diesen mit gut. Nur vereinzelt wird ein schlechter oder kein Zugang zu Finanzierungsmitteln angegeben, weil Sicherheiten und/oder eigene Finanzierungsanteile fehlen. Meist betrifft es die Finanzierung von Betriebsmitteln.
Die Buchungszahlen sind bei den beteiligten Reiseagenturen aktuell im Vergleich zum Vorjahreszeitraum besonders ins Inland angestiegen, ins Ausland eher zurückgegangen.
Nach den freien Textangaben (nach Häufigkeit sortiert) werden wie im Vorjahr Deutschland und Spanien als Sommer-Reisedestinationen am häufigsten nachgefragt. Danach folgt aktuell unmittelbar Griechenland. Im Vorjahr waren dies Italien und Österreich, die nun in der Wahl der Reiseziele deutlich hinter Griechenland liegen. Weitere Reiseziele im Sommer 2017 sind u.a. Bulgarien und Polen, Kuba und die Karibik, Südafrika, Schottland, Kroatien, Irland, überhaupt europäische Nah- und Mittelstreckenziele. Beliebt sind nach wie vor Schiffsreisen oder Tagesfahrten.
Der komplette Bericht zur Saisonumfrage ist unter www.chemnitz.ihk24.de abrufbar.