PM 73 | 01.08.2017

Aktuelle Ausbildungssituation

Das Ausbildungsjahr 2017 startete in Südwestsachsen zum 01.08.2017 mit 2.884
eingetragenen betrieblichen Ausbildungsplätzen. Das sind 5 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr. Es waren ausreichend betriebliche Ausbildungsangebote vorhanden. Nur konnte leider bis jetzt nicht jedes Unternehmen einen neuen Azubi finden.
In der regionalen Lehrstellenbörse sind aktuell noch über 1.300 Angebote für 2017 eingetragen, aber auch schon zahlreiche Angebote für 2018. Die regionalen Angebote, auch die der bundesweiten Lehrstellenbörse, finden Sie unter www.karriere-rockt.de.
Ausbildungsumfrage 2017 – Uns geht der Nachwuchs aus
Der DIHK hat auch in diesem Jahr die Unternehmen zu ihren Ausbildungserfahrungen befragt. In der Zeit vom 10. April bis 7. Mai 2017 konnten sich Unternehmen online an der Befragung beteiligen. Dies nutzte auch die Industrie- und Handelskammer Chemnitz. Bundesweit beteiligten sich 10.561 Unternehmen an der Online-Umfrage, in Südwestsachsen waren es 175 Unternehmen.
Die Herausforderung für Unternehmen, offene Ausbildungsplätze zu besetzen, ist weiterhin hoch. 31 Prozent der Betriebe berichten, dass sie nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen konnten. Mehr und mehr Unternehmen erhalten gar keine Bewerbungen mehr. Jedes vierte Unternehmen, das nicht alle Ausbildungsplätze besetzen konnte, hat in diesem Jahr keine Bewerbungen von Jugendlichen erhalten. Der häufigste Grund für die Nichtbesetzung von Ausbildungsplätzen ist jedoch der Mangel an geeigneten Bewerbern. 68 Prozent der Betriebe haben zwar Bewerbungen erhalten, die Bewerber waren aber nicht geeignet für den angebotenen Ausbildungsplatz.
86 Prozent der Betriebe sind mit ihrem dualen Partner, den Berufsschulen, zufrieden oder sehr zufrieden. Knapp zwei Drittel der Unternehmen wünschen sich aber eine verbesserte Kommunikation zwischen Betrieb und Berufsschule. Zunehmend stufen die Unternehmen wachsende Entfernungen zwischen Betrieb und Schule als Problem ein. Dringend gewünscht wird eine bessere digitale Infrastruktur der Berufsschulen.
Für mehr als zwei Drittel der Betriebe sind IT-Kenntnisse der Jugendlichen in Zukunft ein wichtiges Einstellungsstellungskriterium. Auch Kommunikationsfähigkeit und selbständiges Handeln gewinnen in der Ausbildung an Bedeutung. Diese Kenntnisse und Kompetenzen sollten deshalb bereits in den allgemeinbildenden Schulen vermittelt werden.
Demographie und der Trend zum Studium erschweren es den Unternehmen zunehmend, Auszubildende zu finden. Dies eröffnet neuen Bewerbergruppen zusätzliche Ausbildungschancen: 42 Prozent der Betriebe werben aktiv um Studienabbrecher und bieten ihnen damit Zukunftsperspektiven.
Nahezu 80 Prozent der Betriebe geben lernschwächeren Jugendlichen Ausbildungschancen. Diese Bereitschaft erfordert von den Unternehmen immer mehr eigene Nachhilfeanstrengungen, um diese Jugendlichen zum Berufsabschluss zu führen. Rund sieben Prozent der Unternehmen bilden derzeit Flüchtlinge aus; sogar 15 Prozent bieten Angebote für Einstiegsqualifizierungen oder Praktika.
Ausführliche Informationen zu den bundesweiten Ergebnissen sowie zur regionalen Auswertung erhalten Sie unter www.chemnitz.ihk24.de