PM 89 | 02.10.2017

IHK Chemnitz fordert: Stromzusatzkosten senken

Die deutsche Wirtschaft hat die Herausforderungen der Energiewende angenommen und nutzt ihre Chancen. Dennoch sind die Risiken,die der Prozess mit sich bringt, unverkennbar. Das zeigt das jährlich „neu justierte“, bundesweite IHK-Energiewendebarometer, an dem sich in diesem Jahr 2250
Unternehmen aus allen Branchen beteiligten, davon 400 aus den ostdeutschen Bundesländern. Es steigt leicht von 0,8 im Jahr 2016 auf 1,0. In den Vorjahren lag der Wert noch deutlich im negativen Bereich. Die Hauptforderung an die zukünftige Bundesregierung lautet: Stromzusatzkosten senken.
In den letzten Jahren sind die Stromzusatzkosten aus Umlagen und Stromsteuer kontinuierlich gestiegen und betragen in diesem Jahr rund 35 Mrd. Euro.
Im Ergebnis haben sich die Strompreise zu einem echten Standortnachteil in Deutschland entwickelt. Bei den  Industrieunternehmen bleibt das Barometer mit
einer Skala zwischen -100 und +100 deutlich im negativen Bereich stecken. Jedes 20. Industrieunternehmen gab an, bereits Produktion in Deutschland eingeschränkt zu haben.
Im Vergleich der Regionen bewertet der Osten die Auswirkungen der Energiewende am skeptischsten. „Die Gründe liegen eindeutig in den höheren Netznutzungsentgelten“, so  Hans-Joachim Wunderlich, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz. „Sie benachteiligen die Unternehmen im Osten auf absehbare Zeit auch im nationalen Wettbewerb weiter, trotz des vor kurzem beschlossenen Gesetzes zu mittelfristigen Harmonisierung.“
Die Senkung der Stromzusatzkosten ist zudem eine wichtige Voraussetzung, die allgemeine Akzeptanz der Energiewende weiter zu erhöhen.
Dazu gibt es unterschiedliche Modelle.
Die IHK Chemnitz fordert in einem Positionspapier, wie auch die IHKs in Dresden und Leipzig, nach eingehender Diskussion im Ehrenamt die Absenkung der Stromsteuer auf europäisches Niveau (0,05 ct/kWh) und die Einführung eines Streckungsfonds, der sich zunächst aus Haushaltmitteln speist, später aber refinanziert wird.
„Das hat zwar den Nachteil, dass die EEG-Umlage länger als notwendig auf hohem Niveau verharrt“, so Wunderlich weiter, „von der Senkung der Stromsteuer um 2 ct/kWh  profitieren aber Wirtschaft und Bevölkerung gleichermaßen und wir sichern Transparenz bei den Belastungen, die für unsere Unternehmen gerade unter wechselnden energiepolitischen Vorzeichen für höhere Investitionssicherheit wichtig ist.“
Ansprechpartner im Fachbereich: Dietmar Richter, Tel. 0371/6900-1220