PM 116 | 27.11.2018

Inklusion – Chance und Herausforderung

Ein Leben mit Behinderung ist stets eine zusätzliche Herausforderung zu der ohnehin schwierigen Aufgabe eines Jugendlichen, die wichtigen und richtungsweisenden Entscheidungen für den zukünftigen Berufsweg zu treffen. Neben den persönlichen Interessen gilt es, auch die eigenen Möglichkeiten und Grenzen fest im Blick zu haben. Unternehmen, in denen Inklusion bereits aktiv gelebt wird, sind dabei essentiell, um nicht auch noch auf äußere Grenzen zu stoßen.
Zur gezielten Stärkung der Zukunftschancen benachteiligter Kinder und Jugendlicher wird daher bundesweit seit 2005 der DEICHMANN-Förderpreis für Integration in drei unterschiedlichen Kategorien verliehen. Zum 14. Mal zeichnete der Förderpreis im November Projekte aus, die sich in außerordentlicher Weise für diese Kinder und Jugendlichen einsetzen. Dabei liegt der Schwerpunkt der über 270 Bewerber aus diesem Jahr auf kleinen und mittelständischen Unternehmen.
Erstmals konnte nun ein sächsisches Familienunternehmen in der Kategorie I: Berufliche Förderung durch Unternehmen den 3. Preis erringen. Ausgezeichnet wurde die Schär Werkzeug-Maschinenhandel und Industriebedarf GmbH aus Crimmitschau für ihre innovative Personalarbeit. Das Unternehmen geht neue Wege im Personalmanagement und setzt auf Inklusion für die eigene Fachkräftesicherung. Dabei können aktuell 2 Jugendliche mit Handicap in der dualen Ausbildung einen Schritt in Richtung eigene Unabhängigkeit gehen. Zusätzlich ist das Unternehmen noch Praxispartner für eine überbetriebliche Reha-Ausbildung.
Björn Gollenbeck, Personalleiter der Schär Werkzeug-Maschinenhandel und Industriebedarf GmbH, nimmt wie folgt zu den Neuerungen Stellung:
„Gefordert ist zuallererst einmal ein Umdenken bei der bisherigen Personalsuche und Stellenbesetzung. Wichtig ist im ersten Schritt auch die Einbindung des gesamten Teams in die Auseinandersetzung mit zumeist noch unbekannten Behinderungsarten und später dann die gezielte Förderung und Nutzung von Stärken trotz Handycap bei den Jugendlichen. Auf dieser Basis entsteht der Raum für eine lohnende WIN-WIN Situation zwischen einem Unternehmen und einem Bewerber. Dem Bewerber wird der bisher vielleicht verwehrte adäquate Zugang zum Arbeitsmarkt eröffnet und das Unternehmen kann langfristig die Fachkräftesituation entsprechend den eigenen betriebsspezifischen Anforderung absichern.“
Unterstützung beim Thema Inklusion erhalten interessierte Unternehmen bei der IHK Chemnitz mit der kostenfreien Serviceleistung Inklusionsberatung. Informieren Sie sich, gern auch individuell in Ihrem Unternehmen vor Ort, zu Punkten wie Fördermöglichkeiten im Rahmen von Ausbildungszuschüssen oder Prämien zu den Ausbildungsgebühren, Umsetzungsmöglichkeiten in der Praxis, Voraussetzungen zur Inklusion oder aber den Pflichten von Arbeitgebern usw. Häufig kann mit kleinen Veränderungen etwas Großes erreicht werden. Gehen Sie den ersten Schritt!

IHK-Ansprechpartner: 
Ines Petzold,
Telefon: 0371 6900-1233