PM 19 | 21.03.2018

IHK kämpft um erweiterte KMU-Definition

Die Europäische Kommission überprüft derzeit die Definition der Kleinstunternehmen sowie der kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) (Empfehlung 2003/361/EG vom 6. Mai 2003). Diese legt die Kriterien fest, anhand derer "echte" KMU definiert werden. Das sind die Anzahl der Mitarbeiter, finanzielle Schwellenwerte und die Unabhängigkeit/Eigentumsverhältnisse des Unternehmens.
Die Definition ist wichtig, wenn es um die Beantragung von EU-Fördermitteln geht. Unternehmen, die nicht den festgelegten Kriterien entsprechen, können unter Umständen bestimmte Fördermittel nicht in Anspruch nehmen.
Bislang gelten Unternehmen bis 250 Mitarbeiter als Klein- und Mittelständische Unternehmen (KMU). Wird diese Schwelle durch Wachstum und neue Arbeitsplätze überschritten bleiben diesen Betrieben oft wichtige Förderungen verwehrt.
Mit Teilnahme an einer EU-Konsultation sowie Schreiben an das Sächsische Ministerium für Wirtschaft und Arbeit (SMWA) haben sich die drei sächsischen Industrie- und Handelskammern für eine Anhebung des Schwellenwertes auf 500 Mitarbeiter ausgesprochen.
„Wir sind der Meinung, dass auch Unternehmen mit bis zu 500 Beschäftigten noch als Mittelständler bezeichnet werden können“ so Lutz Müller, Referent für Unternehmensfinanzierung und Wirtschaftsförderung bei der IHK Chemnitz. „Wir wollen gerade Unternehmensgröße fördern und kein Wachstumshemmnis bei 250 Mitarbeitern haben.“
Bereits in dem zentralen Innovationsförderprogramm ZIM des Bundes wurde die KMU-Grenze auf 500 Mitarbeiter heraufgesetzt. Nun ist es an der Zeit, dass auch die Europäische Union ihre KMU-Definition überarbeitet und an die Bedürfnisse der Wirtschaft anpasst.
Im Zuge der Überarbeitung der aktuellen KMU-Definition können betroffene Unternehmen bis zum 6. Mai 2018 online ihre Meinung zu diesem Thema einbringen oder alternativ ihrer IHK übermitteln unter Link.

IHK-Ansprechpartner im Fachbereich: Lutz Müller, Tel. 0371 6900-1221