PM 34 | 08.04.2019

Professionelle Beratung leichtgemacht

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)-Förderprogramm richtet sich sowohl an Jungunternehmen in den ersten 2 Jahren ‎der ‎Selbstständigkeit als auch an Unternehmen, die bereits länger am Markt tätig sind.‎

Übrigens zählen zu den Jungunternehmen auch folgende Konstellationen: Übernahme ‎eines bestehenden Unternehmens, der Rechtsformwechsel, z. B. von einem Einzelunternehmen zu einer GmbH und Hinzunahme neuer Gesellschafter, die eine Führungsposition im Unternehmen übernehmen‎. Die „heißesten“ Themen sind aktuell die Beratung zur Datenschutzgrundverordnung, ISO-‎Zertifizierung, die Unterstützung bei der Finanzierung, der Erstellung des ‎Businessplans und ‎des Marketing- und Vertriebskonzepts. Es werden noch viele weitere ‎betriebswirtschaftliche ‎Themen gefördert, z. B. Qualitätsmanagement, Personalgewinnung, Online-Strategien, um nur ‎einige zu nennen. Von der Förderung ausgeschlossen ist ‎die Rechts- und Steuerberatung, ebenso ‎die Beratung von Beratern.
Gefördert wird für Jungunternehmen zunächst eine allgemeine Beratung. Diese beträgt ‎maximal ‎‎4.000 €, 80 % davon werden gefördert. Bei bestimmten Zielgruppen und Themen kann noch eine ‎Spezialberatung gefördert werden, ebenfalls mit 4.000 €. Beispiele: Gründerinnen, Gründer, deren Eltern ‎nach Deutschland migriert sind, oder Coaching zum Thema Nachhaltigkeit und Umwelt.
Nach den ersten zwei Jahren können sich Unternehmen nochmals fördern lassen, wiederum mit ‎einer allgemeinen und einer speziellen Beratung, analog der Jungunternehmer. Die Förderung ‎liegt bei Bestandsunternehmen bei maximal 3.000 €, 80 % davon ‎werden gefördert. Dies gilt ‎ebenso für die Spezialthemen – Unternehmen in Schwierigkeiten haben die Möglichkeit, sich eine ‎Beratung von max. ‎‎3.000 € zu 90 % bezuschussen zu lassen.
Nur das Unternehmen selbst weiß, wo der Schuh drückt und welcher Berater am besten ‎zu einem ‎passt. Neben den fachlichen Themen ist hier vorrangig zu berücksichtigen, ‎dass die „Chemie“ ‎stimmt. Aber wo findet man nun den „richtigen Berater“? Gesucht werden kann
z. B. im persönlichen ‎Netzwerk, auf Startup-Veranstaltungen und im Internet. Hier kann beispielsweise ‎die KfW-‎Beraterbörse zu Rate gezogen werden oder beim Bundesverband deutscher ‎Unternehmensberater ‎gesucht werden. Hat man den richtigen Berater gefunden, muss ‎geklärt werden, ob dieser bei der BAFA für das Förderprogramm gelistet ist.
Gecoacht werden kann maximal 6 Monate. Zum Ende dieses Zeitraums muss die Abrechnung ‎erfolgen. Die Coaching-Termine selbst sind frei wählbar und können auf die ‎individuelle Situation ‎angepasst werden. Um die Förderung auch tatsächlich zu erhalten, ‎müssen Jungunternehmer und ‎Unternehmen in Schwierigkeiten zunächst ein Informationsgespräch mit der IHK führen. Danach ‎kann der Antrag gestellt werden.

IHK-Ansprechpartnerin: Franca Heß, Tel. 0371 6900-1310