PM 23 | 20.06.2017

Lieferantenerklärungen ab sofort vereinfacht möglich

Seit Inkrafttreten des Unionszollkodex zum 1. Mai 2016 konnten keine Langzeit-Lieferantenerklärungen mit Wirkung für Vergangenheit und Zukunft in einem Dokument ausgestellt werden. Stattdessen mussten zwei getrennte Lieferantenerklärungen ausgefertigt werden.
Diese bürokratische Erschwernis ist nun beseitigt. Damit reagiert die EU-Kommission auf Kritik von Unternehmen, den Industrie- und Handelskammern sowie Wirtschaftsverbänden.
Für Unternehmen, die im Im- und Exportgeschäft tätig sind sowie deren Zulieferer, stellt diese Neuerung eine erhebliche Erleichterung dar. Die IHK Chemnitz Regionalkammer Erzgebirge berät zu diesen und weiteren Außenwirtschaftsfragen jederzeit gern.
Hintergründe:
Mit Veröffentlichung der Durchführungsverordnung (EU) 2017/989 im EU-Amtsblatt Nr. L 149 gilt seit dem 14.06.2017 folgende Regelung:
  • in einer einzigen Lieferantenerklärung können zurückliegende Lieferungen und Lieferungen für die Zukunft gemeinsam dokumentiert werden
  • für die Vergangenheit gilt: max. 12 Monate gültig, rückwirkend ab Ausstellungsdatum
  • für die Zukunft gilt: maximal 24 Monate gültig, wobei das Ausstellungsdatum maximal 6 Monate vor Beginn des Gültigkeitszeitraums liegen darf
  • die Kombination aus den Gültigkeitszeiträumen für die Vergangenheit und für die Zukunft beträgt ebenfalls maximal 24 Monate
  • eine Langzeit-LE muss demnach drei Zeitangaben enthalten: das Ausstellungsdatum, den Beginn der Gültigkeit, das Ende der Gültigkeit
  • ABER: Lieferungen, die länger als ein Jahr zurückliegen, können nach wie vor nur mit Einzel-LE – bezogen auf jede einzelne Lieferung – abgedeckt werden