PM 5: 27.01.2017

Arbeitskräftemangel mit Kreativität begegnen

Beim Thema Fachkräftemangel sind Ideen gefragter denn je. So riet der Unternehmensberater Martin Gaedt kürzlich in einem Interview zur „Abkehr von alten Prozessen“. Dabei konfrontierte er die Chefetage mit der unangenehmen Wahrheit „wer das macht, was alle machen, bekommt die, die alle bekommen“ und so hängt der „Fachkräftemangel (…) eng am Ideenmangel“ (http://leipzig-hrm-blog.blogspot.de vom 17.01.2017).
Um dem Thema Arbeitskräftemangel mit Kreativität zu begegnen, lud die IHK Chemnitz Regionalkammer Mittelsachsen Unternehmer am 26.01.2017 zum Austausch nach Freiberg ein. Der Personalcoach der IHK Chemnitz Christina Günther sowie vier Unternehmen zeigten Möglichkeiten zur Stellenbesetzung. Kein Unternehmen kann einen kreativen, innovativen und offenen Bewerber erwarten, wenn nicht die Stellenanzeige dementsprechend gestaltet ist. So heißt es, sämtliche Kanäle (z. B. Social Media) zu bespielen und aktiv interessante Kandidaten (gern häufiger) anzusprechen. Um alternativ auch z. B. Quereinsteigern eine Arbeit im Unternehmen zu ermöglichen, könnten komplexe Arbeitsprozesse aufgebrochen werden.
Die eingeladenen Unternehmen berichteten, welche unterschiedlichen Schwerpunkte sie bei der Rekrutierung ihrer Mitarbeiter legen.
Die Firma Schmaus GmbH, Hartmannsdorf, lebt den Inklusionsgedanken. Bei allem was es zu bedenken und zu berücksichtigen gibt, möchten sie auf keinen der 12 Mitarbeiter mit Handicap verzichten.
Die Firma Primus international printing GmbH, Großschirma möchte wachsen. Dies ist u. a. mit ausländischen Mitarbeitern aus Polen, Russland und Syrien möglich. Hier wurde auch offen über die (bürokratischen) Schwierigkeiten gesprochen.
Einen großen Appell richtete Dr. Sylva Sternkopf von Sternkopf Communications, Flöha, an alle Teilnehmer: „Hire for attitude, train for skills.“  Sie stellte noch einmal heraus, wie wichtig die Persönlichkeit und Einstellung des Bewerbers sind und das viele Fertigkeiten erlernt werden können.
Im Verlauf der Veranstaltung wurde allen Teilnehmern deutlich, dass es nicht den Knopf gibt, den es zu drücken gilt, um den richtigen Bewerber zu rekrutieren. Unternehmen sollten verschiedene Wege einschlagen und Geduld bei der Stellenbesetzung mitbringen.
Uwe Kunzmann von Elektrotechnik Kunzmann aus dem Erzgebirge sprach davon „überall Samen zu sähen“, um irgendwann einmal ernten zu können.
In einem Punkt waren sich die Unternehmer einig: Die klein- und mittelständischen Unternehmen in Mittelsachsen haben den großen Vorteil, dass das familiäre Betriebsklima Flexibilität und Offenheit gegenüber seinen Mitarbeitern zulässt. Dies immer wieder deutlich zu machen, zu leben und nach außen zu tragen ist essentiell, um gute Bewerber anzuziehen.
Am 16.03.2017 wird Frau Ute Lange, QVG GmbH, zum Fachkräftedialog über den „Attraktiven Arbeitgeber – Wie ist er?“ referieren und dafür sensibilisieren, wie wichtig es ist, sich seiner Alleinstellungsmerkmale bewusst zu sein und diese entsprechend zu kommunizieren.
Die Veranstaltung wurde vom Projekt "Arbeitgeberattraktivität" organisiert, ein Projekt im Rahmen der Fachkräfteallianz Mittelsachsen.