PM 31: 29.05.2017

(Scheinbar) Kleine Erfolge, große Wirkung

„Es ist kein Selbstläufer, aber es lohnt sich“, beschrieb Katrin Voigt von Primus international printing GmbH aus Großschirma die Arbeit mit Geflüchteten. Voigt besitzt umfassende Erfahrungen auf dem Gebiet und sie kennt die Akteure auf dem Markt. Sie weiß, wohin sie sich wenden muss. Nicht jeder Unternehmer hat diese Kenntnisse. Um hier Abhilfe zu schaffen, hatte die Industrie- und Handelskammer Regionalkammer Mittelsachsen am 15.05.2017 die Arbeitsmarktmentorinnen des Landkreises sowie die Agentur für Arbeit und das Jobcenter zu einer gemeinsamen Veranstaltung eingeladen. Unternehmer berichteten von ihren bisherigen Erfahrungen und erhielten wichtige Informationen von den Beratern.
Jens Burow von der Agentur für Arbeit appellierte an die Unternehmer „sich mit ihrem zuständigen Berater des Arbeitgeberservice in Verbindung zu setzen“, wenn Interesse an einer Vermittlung von geflüchteten Menschen besteht. Neben der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter haben die Arbeitsmarktmentorinnen der Fort- und Berufsbildungsakademie GmbH und dem DRK aktuell knapp 100 Bewerber in der Vermittlung. Katrin Schwarze, Nadine Sandig und Petra Günther beraten zu Fragestellungen zur kulturellen Integration, bei Problemen und Konflikten und zur Eingliederung in den Arbeitsalltag. Sie begleiten die Flüchtlinge, suchen nach geeigneten Bewerbern und unterstützen bei der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Sofern ein Unternehmen grundsätzliche Fragen zur Einstellung von Flüchtlingen hat, ist die Leitstelle Zuwanderung die zentrale Anlaufstelle. Mit Volkmar Lehnert und Uwe Müller stehen den Unternehmern kompetente Ansprechpartner zur Verfügung, die vor Ort rund um das Thema Migration und Integration in den Bereichen Recht, Sprache, Finanzierung, Personalakquise, Qualifikation und Unternehmensentwicklung beraten.
Die Veranstaltung zeigte, dass die häufigsten Probleme der Unternehmen die mangelnden deutschen Sprachkenntnisse und der oft unsichere Aufenthaltsstatus der Geflüchteten sind. Auch die duale Ausbildung ist für ausländische Mitarbeiter schwer zu verstehen: „Ich würde liebend gern unsere Syrier in die Ausbildung stecken, aber die Einbußen von bis zu 500 € sind zu gravierend für sie“, so Katrin Voigt von Primus international printing GmbH. Häufig haben die Flüchtlinge Schulden durch ihre Flucht und unterstützen finanziell ihre Familien in den Heimatländern. Trotz aller Widrigkeiten ist jedes der teilnehmenden Unternehmen dankbar für „seine“ ausländischen Mitarbeiter: Sie sind eine Bereicherung für das Team. Voigt brachte es auf den Punkt und machte noch einmal deutlich, „dass Primus nicht ohne sie wachsen könnte.“
Für weitere Fragen und Informationen steht Ihnen neben Susanne Schwanitz (IHK in Freiberg) auch Sabine Kunze als Ansprechpartnerin gern zur Verfügung (IHK Chemnitz).
Dies war eine Veranstaltung des Projektes „Arbeitgeberattraktivität“ im Rahmen der Fachkräfteallianz Mittelsachsen.