IHK Zwickau stellt Befragungsergebnisse vor

Vitale Innenstädte 2016

Der typische Zwickauer Innenstadtbesucher ist weiblich, 40 Jahre jung, kommt etwa einmal wöchentlich von außerhalb mit dem PKW und kauft die meisten Sortimente in Geschäften in der Innenstadt ein. Dies sind Ergebnisse der Passanten-Befragung, die am 6. und 8. Oktober 2016 im Zuge der bundesweiten Studie „Vitale Innenstädte 2016“ durchgeführt wurde. 121 Städte verschiedener Größenordnungen haben sich an der Untersuchung des Institutes für Handelsforschung Köln (IFH) zu Einkaufsgewohnheiten und Attraktivität der Innenstadt beteiligt. „Die Besucher der Zwickauer Innenstadt kommen etwas seltener, bleiben aber länger und sind durchschnittlich fünf Jahre jünger als Besucher vergleichbarer Städte, informiert Kathrin Stiller, Referatsleiterin Handel/Dienstleistungen, IHK Regionalkammer Zwickau. Weitere Partner waren Intersport Gü-Sport, Handelsverband Sachsen, Westsächsische Hochschule Zwickau, Stadtmanagement und Stadtverwaltung.

Das sagen die Befragungsteilnehmer: Zwickaus Gebäude/Fassaden (Note 2,5) und Sehenswürdigkeiten (2,7) werden positiv wahrgenommen. Sie schneiden besser ab als anderswo. Als „gut“ werden die Erreichbarkeit mit Verkehrsmitteln des ÖPNV (2,2), Ladenöffnungszeiten (2,3) und Gastronomieangebot (2,1) eingeschätzt. Das Einzelhandelsangebot an Drogeriewaren (1,9), Büchern (2,0), Bekleidung, Schuhen / Lederwaren, Telekommunikation und Büro-/Schreibwaren (je 2,3) erhält ebenfalls gute Noten. Die Branche Consumer Electronics ist vergleichsweise unterrepräsentiert, hier wird im Ergebnis der Studie ein Defizit im Bereich der Innenstadt festgestellt.

Nachholbedarf sehen Zwickau-Besucher insbesondere bei Parkmöglichkeiten (3,4). Die Stadt verfügt, Einwohnerzahl und vorhandenen Parkflächen ins Verhältnis gesetzt, über 677 Stellplätze weniger als der Ortsgrößendurchschnitt. Auch wünschen sich die Kunden mehr verkaufsoffene Sonntage (2,9) und zusätzliche Freizeitangebote. Das Zwickauer Veranstaltungsangebot ist überdurchschnittlich und wirkt überregional. Dennoch gilt es, weitere Anreize zu entwickeln, um Passanten-Frequenz  und Aufenthaltsdauer in der Innenstadt zu erhöhen.

„Es freut uns sehr, dass wir mit der Stadt Zwickau an der größten Innenstadtstudie in Deutschland teilnehmen konnten. Die Untersuchung gab Aufschluss darüber, wie attraktiv die Innenstadt aus Sicht der Besucher ist und wo Reserven und Potenziale liegen. Nun heißt es, die herausgearbeiteten Handlungsfelder zur dauerhaften Erhöhung der Passantenfrequenz und der Aufenthaltsdauer mit allen Partnern konsequent anzugehen und umzusetzen“ so René Glaser, Geschäftsführer des Handelsverbandes Sachsen.Folgende Handlungsfelder haben die Partner nun im Blick:
-     konsequente, zentrenorientierte Ansiedlungspolitik (Akquise),
-     Bereitstellen zusätzlicher PKW-Stellplätze,
-     Stadtbildgestaltung (z.B. thematisch – automobil, Robert Schumann),
-     Entwicklung neuer Freizeitmöglichkeiten,
-     Ausbau kostenfreier W-LAN-Angebote sowie Online-Informationen zum stationären Handel. Die Händler selbst sind gut beraten, ihren Kunden Online-Bestellung und Abholung (Click and Collect)  zu ermöglichen.
Zwickau, 08.02.2017