Unternehmer, WHZ + IHK im Gespräch

Elektrotechnik bleibt in Zwickau

Das Studium der Elektrotechnik steht und stand an der Westsächsischen Hochschule Zwickau nie zur Disposition. Das versicherten Rektor Prof. Dr. Karl Schwister und Prorektor Prof. Dr. Christian Busch in einer Gesprächsrunde mit Unternehmern am 26.04.2017 in der IHK Regionalkammer Zwickau. Erleichterung auf Seiten der Wirtschaftsvertreter, die ihre Erwartungshaltung an die WHZ nach dauerhafter Ingenieursausbildung mit Diplom bekräftigten. Dem wachsenden Personalbedarf stehen allerdings sinkende Studierendenzahlen im Studiengang Elektrotechnik entgegen, so die Hochschulvertreter. Um die Studentenzahlen von derzeit rund 4600 auf 4.900 Studenten anzuheben – wie mit dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst vereinbart– sind neue Ideen und Wege gefragt.
Ziel der Hochschulleitung sei es, Profile und Inhalte zukunftsfähig zu gestalten. Die profilbildenden Forschungsbereiche, in denen die WHZ besonders aktiv ist, können inhaltlich den Themen Mobilität, Digitalisierung, Technologie und Gesundheit zugeordnet werden.  
„Beispielsweise fragen wir uns, ob es nicht sinnvoller ist, einige der aktuell 50 Studiengänge zusammenzufassen“, sagt Prof. Schwister. „Indem wir uns zunächst auf Schwerpunkte wie Automobil- und Maschinenbau konzentrieren und nach dem Grundstudium stärker differenzieren, erleichtern wir auch Studieninteressenten den Überblick.“
Wichtiges Qualitätskriterium sei die weitere Internationalisierung der Hochschule, mit komplett englisch-sprachigen Studiengängen, Auslandssemestern, internationalen Projekten. In diesen, im Vorjahr aufgenommenen Prüfungs- und Anpassungsprozess der Hochschule seien alle Fakultäten eingebunden. Im Mai soll eine weitere Gesprächsrunde mit Professoren stattfinden.
Dass dabei keine Abstriche am Studiengang Elektrotechnik vorgenommen werden dürfen, war einhellige Meinung der Unternehmer. Egal ob Kfz-Herstellung, Maschinenbau, Telekommunikation oder Energiewirtschaft – jede Industriebranche und Zukunftstechnologie braucht Elektroingenieure. Für die praxisnahe Ausbildung in Zwickau gab es viel Lob. Die Nachfrage ist so hoch, dass trotz Ausbildung vor Ort Fachleute in der Region fehlen.
Um junge Leute für die Elektrotechnik zu interessieren, wurden folgende Empfehlungen gegeben:
stärkere Vernetzung mit Mittelschulen und Gymnasien, Studienwerbung mit Standortvorteilen und Attraktivität des Berufsbildes, openMINT-Orientierungsstudium für Unentschlossene …
Unternehmer und Hochschulvertreter bedankten sich für das Gesprächsangebot und möchten den Austausch fortsetzen. Zum nächsten Termin wird die IHK einen Vertreter des zuständigen Ministeriums einladen.
Zwickau, 02.05.2017