Jahrespressegespräch IHK Zwickau:

Industriewachstum verliert an Tempo

In der Wirtschaft ist es wie im Sport: „Schneller, weiter, höher“ sind keine Selbstverständlichkeit.  Für 2016 verbucht das verarbeitende Gewerbe im Kreis Zwickau ein Minus von 1,4 Prozent beim Gesamtumsatz.  Mit einem Volumen von 9,34 Milliarden Euro steht die Region dennoch unangefochten an der Spitze im IHK-Bezirk Chemnitz. Zuwachs verzeichnen seit Jahren Kapitalgesellschaften (GmbH, KGaA). Gleichzeitig steigt die Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter auf insgesamt 123.842 an (+763).  Handel und Gastgewerbe profitieren von starker Konsumenten-Nachfrage. „Die Geschäftserwartungen für 2017 fallen ebenfalls positiv aus“, sagt Präsidentin Ulla Reichel zum Jahrespressegespräch der IHK Regionalkammer Zwickau am 2. März 2017: „Wir sollten die Entwicklung auch sportlich nehmen:  Nach vorn schauen. Besser werden.“

Den Unternehmern bietet die IHK – neben hoheitlichen Aufgaben wie duale Berufsausbildung (ein Baustein für den Erfolg deutscher Wirtschaft) – ein umfassendes Serviceangebot:  Dazu zählen Themen der Unternehmensfinanzierung, Rechts- und Steuerfragen, Gründungsberatung und Krisenmanagement. IHK ist Weiterbildungspartner und fördert internationale Markterschließung. Zu Personalarbeit und Energiemanagement, Digitalisierung sowie Unternehmensnachfolge informieren Projektmitarbeiter Unternehmer vor Ort. IHK ist aktiv pro Innenstadt tätig (Gebührenentlastung, Stellplätze, Marketing…) und fördert Begegnung, Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer.

Im Interesse der Wirtschaft trägt die IHK wichtige Positionen nach Dresden und Berlin: Von Politik gefordert werden investitionsfreundlichere Steuerpolitik, Senkung Stromkosten (keine Wettbewerbs-fähigkeit mehr gegeben), aktives Wirken für internationalen Handel + Zusammenhalt in Europa.

Über ihre Produkte, Investitionen und das aktuelle Geschäftsklima berichten Unternehmer:

Gäste aus aller Welt heißt Andreas Barth im Romantik Hotel Schwanefeld Meerane willkommen. Geschäftsreisende, Tagungsbesucher, Touristen und Künstler begeistert die einzigartige Atmosphäre im 1692 errichteten Zollhaus plus Poststation, der 4-Sterne-Komfort, Veranstaltungsangebote und regionale Feinschmeckerküche .  Für bisher rund zehn Millionen Euro hat der 52-jährige Inhaber das Hotel sanieren und erweitern lassen (Villa Il mio, Schokoladenmanufaktur). Immer will er alles noch perfekter machen, seinen Gästen den Aufenthalt so schön wie möglich gestalten. Das zahlt sich aus: „Wir verzeichnen ein konstantes Umsatzwachstum“ sagt der Chef eines 44-köpfigen, internationalen Mitarbeiterteams, 100 Betten und ca. 18.000 Quadratmetern Gesamtfläche… Wunschlos glücklich ist der gelernte Konditor nicht: „Gäste aus Sachsen, Polen, Holland, China oder USA sagen uns immer wieder wie schön es hier ist. Das muss noch bekannter werden. Es gibt noch viel zu tun.“ 

Immer anspruchsvoller werden die Projekte der ASTRA Industrieanlagen GmbH.  Der Zwickauer Spezialist für Anlagen- und Rohrleitungsbau ist (Ingenieurbüros zwischengeschaltet) für Erzeuger technischer Gase sowie in den Bereichen Erdgas, Erdöl, Chemie und Off-Shore tätig. 46 Ingenieure, Schweißer, Vorrichter und Monteure erwirtschaften mit höchst kundenspezifischen Lösungen aktuell einen Jahresumsatz von zirka 5,5 Millionen Euro. Auf ihr Know-how setzen Kunden rund um den Globus. Die von ASTRA gefertigten Anlagen sind auf fünf Kontinenten und in über 50 Ländern im Einsatz. Die Geschäftsführung mit Sohn René und Stephen Larimore, den neu entstehenden, modernen Reinsdorfer Firmenstandort, eigene Berufsausbildung und ein gutes Betriebsklima (inklusive Prämien- und Boni-System) rechnet Prokurist Achim Kunz der Zukunftssicherung zu. Sorge bereiten dem 65-jährigen Dipl.-Ingenieur wachsende Reglementierungen der Politik, steigende Energiekosten + Wirtschaftssanktionen. 
Zwickau, 2. März 2017