21. Internationaler Jahreskongress der Automobilindustrie

Digitalisierung in Produktion, Handel und Dienstleistung

„Wird die Siegesserie deutscher Automobilhersteller im Rennen um Kunden zu Ende gehen?“, begrüßte IHK-Präsident Dr. h. c. Franz Voigt die Konferenzteilnehmer zum 21. Internationalen Jahreskongress der Automobilindustrie am 24./25. Oktober 2017 in Zwickau.  Das Fachpublikum aus Deutschland, China, Indonesien, Japan, Mexiko und USA nutzte das Kongressprogramm für Ein- und Ausblicke einer Branche im Umbruch – mit neuen Wettbewerbern, digitalen Geschäftsmodellen, künstlicher Intelligenz im Fahrzeug.

„Sächsische Politik wird unsere wichtigste Industrie auch künftig mit aller Kraft unterstützen“,  versprach Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. „Mit einem starken Zulieferer-Netzwerk, einer breit aufgestellten Forschung, einer strukturierten Technologie-Förderung und innovativen Ideen für das Fahren von morgen. Damit die Automobilindustrie den anstehenden Strukturwandel erfolgreich meistern kann und insbesondere kleine und mittlere Unternehmen im Zulieferbereich weiter stark wachsen.“

Volkswagen Sachsen befinde sich aktuell in einem Transformationsprozess hin zur Elektromobilität der nächsten Generation, berichtete Prof. Dr. Siegfried Fiebig, Sprecher der Geschäftsführung von Volkswagen Sachsen und Generalbevollmächtigter der Volkswagen AG: „Wir werden in Sachsen wieder ein Stück Automobilgeschichte schreiben, die mit dem Begriff ,e-Motion‘ umschrieben werden kann. Das Produkt wie alle Prozesse und Arbeitsinhalte werden sich grundlegend verändern. Digitalisierung und Industrie ,E.0‘ bieten uns gemeinsam viele Chancen.  Es werden traditionelle Baugruppen und Tätigkeiten entfallen, dafür völlig neue entstehen. Ich denke dabei an Automatisierung, Vernetzung, moderne Serviceprozesse und Produktionssysteme. Ich denke dabei auch an völlig neue Geschäftsfelder für Infrastruktur, Energiegewinnung und -speicherung. Im Mittelpunkt dieses Prozesses steht die Qualifizierung unserer Menschen. Der Menschen, die die Transformation gestalten, leben und dem Autoland eine exzellente Zukunft geben werden.“

Digitalisierung verändert auch den Automobilhandel. „Das Internet hat Autohäuser als Ansprechpartner Nummer 1 verdrängt. “, sagte Alexander Bugge, Geschäftsführer MeinAuto GmbH, Köln. Die Vorteile des Online-Handels für Fahrzeugsuche und  markenübergreifenden Vergleich nutzend, will der Kunde dennoch nicht auf individuelle und kompetente Beratung verzichten. Um im digitalen Vertrieb zu gewinnen, müssen stationäre Händler attraktive Kaufpreise, Produkterlebnis und persönlichen Ansprechpartner bieten.  

Über sinnvolle Anwendungen von Virtual und Augmented Reality (virtuelle und erweiterte Realität) in Fertigungsunternehmen informierten Paul Hertwig, Marketing/Personal und Björn Schuster, Business Development, N + P Informationssysteme GmbH Meerane. Beispiele:  Maschinenbauer präsentieren potenziellen Kunden große Anlagen, ohne teure Messeauftritte oder Demozentren finanzieren zu müssen… Konstruktion und Service tauschen sich lückenlos und zeitnah über Standorte hinweg aus… Der Blick durch eine entsprechende Datenbrille auf die Fertigungsanlage verrät aktuelle Fertigungskenn-zahlen… Bei Service- und Rüstvorgängen können virtuelle Checklisten angelegt werden…
Zwickau, 25.10.2017