PM 30 | 29.03.2017

Sächsisch-böhmische Wege noch zu holprig

Nahezu zehn Jahre ist es her, als am 21.12.2007 die stationären Grenzkontrollen zwischen Sachsen und der Tschechischen Republik eingestellt wurden. Die IHK Chemnitz und die Kreiswirtschaftskammer Most hatten diesen Prozess mit Verkehrskonferenzen unter dem Namen „Sächsisch-Böhmische Wege“ begleitet. „Es ist mittlerweile für Tschechen und Sachsen schöne Normalität geworden, dem Nachbarland einen Besuch abzustatten“ stellt Hans-Joachim Wunderlich, Hauptgeschäftsführer die IHK Chemnitz fest.
„Das beweisen unsere Untersuchungen zum grenzüberschreitenden Konsumverhalten. Nach anfänglichen einseitigem Tank- und Zigarettentourismus haben sich die deutsch-tschechischen Kundenströme angeglichen. Grenznahe Handels- und Tourismuszentren haben die Kunden von jenseits der Grenze schätzen gelernt und kennen mittlerweile deren Wünsche.“
Trotzdem sind die Wege zum Nachbarn noch zu holprig, um von Normalität sprechen zu können. Die grenzüberschreitende Infrastruktur ist an vielen Stellen dem steigenden Verkehrsaufkommen nicht gewachsen. Für den Wirtschaftsverkehr existieren nur wenige nutzbare Grenzübergänge, so dass sich der Verkehr nicht auf die Fläche verteilt.
Berechtigte Forderungen von Bürgerinitiativen nach leistungsfähigen Ortsumgehungen, scheitern an den langen Planungshorizonten der Behörden. Der grenzüberschreitende öffentliche Personenverkehr ist nur sporadisch vorhanden und von der Möglichkeit der grenzüberschreitenden Verknüpfung weit entfernt.
Um die aktuellen Probleme zu diskutieren und nach gemeinsamen Lösungen zu suchen, haben die OHK Most und die Industrie- und Handelskammer Chemnitz Unternehmer, Bürgermeister und Abgeordnete zur Verkehrskonferenz „Böhmisch-Sächsische Wege“ am 30.03.2017 nach Most eingeladen. Von der Konferenz sollen Signale ausgehen, um die grenznahen Wirtschaftsregionen beider Länder weiter zu beleben.
IHK-Ansprechpartner im Fachbereich: Dietmar Richter, Tel. 0371 6900-1220