PM 70 | 01.08.2017

58 % des Arbeitsplatzaufbaufs durch ausländische Beschäftigte

Dank der guten Konjunktur steigt die Beschäftigung in der Region Chemnitz weiter. Im letzten Jahr entstanden in der Region Chemnitz/Südwestsachsen rund 5.500 neue Arbeitsplätze. Davon konnten mehr als 3.000 Stellen durch ausländische Arbeitnehmer besetzt werden.

Die kräftigsten Beschäftigungszuwächse sind im Sozialwesen, im Bereich der wirtschaftlichen Dienstleistungen sowie bei den privaten Dienstleistungen zu verzeichnen. Die Beschäftigung von ausländischen Arbeitnehmern legte insbesondere in der öffentlichen Verwaltung, im Sozialwesen, bei den wirtschaftlichen Dienstleistern, im Logistikbereich und im Verarbeitenden Gewerbe zu.
2017 erwarten wir ein erneutes Beschäftigungswachstum von rund 7.000 Arbeitsplätzen in der Region, das weiterhin schwerpunktmäßig von ausländischen Beschäftigten getragen wird. Die Arbeitslosigkeit wird spiegelbildlich weiter abnehmen. Folglich wird es für viele Firmen schwerer, offene Stellen zu besetzen.
Aufgrund der demografischen Entwicklung rückt das Thema qualifizierte Zuwanderung in der Region zukünftig noch stärker in den Fokus, um Stellenbesetzungsprobleme zu begegnen. Daher fordern die sächsischen Industrie- und Handelskammern, dass die qualifizierte Zuwanderung aus Drittstaaten durch den Erlass eines Einwanderungsgesetzes erleichtert wird. Zudem sind die Mindestgehälter im Rahmen der „Blauen Karte EU“ von der Beitragsbemessungsgrenze West der Rentenversicherung (2/3 bzw. in Mangelberufen 52% von 76.200 € p.a.) zu entkoppeln.
Darüber hinaus ist zur Fachkräftesicherung aus Sicht der Wirtschaft insgesamt eine weiter steigende Erwerbsbeteiligung nötig – die Fortsetzung der positiven Beschäftigungsentwicklung, insbesondere bei Älteren und Migranten, ist dafür hilfreich. Zudem sollte das Potenzial von internationalen Studierenden an den regionalen Hochschulen stärker genutzt werden. An der TU Chemnitz sind beispielsweise rund 3.000 ausländische Studierende immatrikuliert. Kontakte zu den Studierenden können über die lokalen Career Center vermittelt werden.
Weitere Fakten zu ausländischen Beschäftigten in der Region Chemnitz, laut Bunde-sagentur für Arbeit (Stand 30.09.2016):
  • In der Region Chemnitz waren am 30.09.2016 14.452 ausländische Beschäftigte tätig (2,6 % aller Beschäftigten), 3.148 mehr als im Vorjahr (+28 %)
  • 9.649 ausländische Beschäftigte stammen aus EU-Staaten (+2.177 ggü. Vorjahr), darunter 3.548 aus Tschechien (+1.027), und 4.745 (+963) aus Drittstaaten außerhalb der EU; darunter 700 (+308) aus Asylherkunftsländern
  • 21 Prozent waren als Experten oder Spezialisten tätig, 47 Prozent als Fachkraft und 32 Prozent als Helfer (Sachsen)
  • Ausländische Beschäftigte sind in Sachsen überproportional häufig im Gastgewerbe (13 %, alle Beschäftigten 3%), in der Arbeitnehmerüberlassung (13 %; 3%) und im Verkehrs- und Logistikbereich (10 %; 6 %) tätig, während der Anteil im Verarbeitenden Gewerbe (12 %; 20 %), im Handel (6 %; 12%) und in der öffentlichen Verwaltung (1 %; 6 %) vergleichsweise gering ausfällt.