IHK-Konjunkturumfrage

Schwächephase setzt sich fort
Die Schwächephase der regionalen Wirtschaft setzt sich vorerst fort. Sowohl die Einschätzungen zur aktuellen Lage, als auch die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate fallen gedämpfter aus. Im Ergebnis sinkt der IHK-Geschäftsklimaindex zum dritten Mal in Folge auf aktuell 123 Punkte.
An der Konjunkturumfrage der IHK Chemnitz im Frühjahr 2019 beteiligten sich 669 Unternehmen mit rund 34.000 Beschäftigten aus den Wirtschaftsbereichen Industrie, Bau, Handel, Dienstleistungsgewerbe sowie aus dem Güterverkehrsgewerbe.
Mit 55 Prozent bewertet eine deutliche Mehrheit der Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut. Nur sieben Prozent der Befragten sind unzufrieden. Insgesamt gesehen flauen die Geschäfte jedoch ab. Größere Rückgänge verzeichnen der Einzelhandel und die Industrie. Letzterer machen vor allem die Handels- und Zollkonflikte (USA, China, Iran, Russland), der langwierige Brexit und die Transformation der Fahrzeugindustrie zu schaffen. Die konjunkturellen Unsicherheiten machen Konsumenten etwas vorsichtiger, wenngleich der Beschäftigungsaufbau, steigende Einkommen und niedrige Zinsen die Binnenwirtschaft weiterhin stützen. So bleiben die Einschätzungen im Verkehrsgewerbe und bei den Dienstleistern stabil. Im Großhandel steigt angesichts wachsender Umsätze gar die Stimmung. Obwohl die Bauindustrie nach den Rekordwerten zur letzten Umfrage etwas verhaltener agiert, lassen wachsende Aufträge wieder ein erfolgreiches Jahr 2019 für diese Branche erwarten.
Bei den Geschäftserwartungen schwindet der Optimismus. Insbesondere die Industrie korrigiert ihre Prognosen nach unten. Nur der Handel ist optimistischer als zur Vorumfrage.
„Angesichts einer sich verfestigenden Flaute brauchen wir verbesserte Standortfaktoren, von denen alle profitieren“ fordert Dr. h. c. Dieter Pfortner, Präsident der IHK Chemnitz. „Jetzt sind beschleunigte Investitionen in Bildung und Infrastruktur, das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, eine Unternehmenssteuerreform, die steuerliche Forschungsförderung, Entlastungen bei den Strompreisen für alle und vor allem ein wirklicher Bürokratieabbau ein Muss.”
Größtes Geschäftsrisiko bleibt trotz rückläufiger Tendenz mit 56 Prozent der Nennungen der Fachkräftemangel gefolgt von den Arbeitskosten (50 %). Der regionalen Wirtschaft bereiten die Energie- und Kraftstoffpreise (48 %) sowie die Inlandsnachfrage (41 %) deutlich größere Sorgen als zuletzt. Die Unternehmen benennen insbesondere die Bürokratie (bspw. VerpackungsG, ElektroG, DSGVO, Entsenderichtlinie) und lange Genehmigungsverfahren als Hemmnis.
In Anbetracht der schwächelnden Wirtschaft sind die Investitionspläne der befragten Unternehmen weniger expansiv ausgerichtet. 68 Prozent (Vorjahr: 74 %) rechnen mit steigenden und gleichbleibenden Investitionen. Laut den Personalplanungen der Unternehmen verlangsamt sich der Beschäftigungsaufbau in der Region. Dennoch berichten die Unternehmen weiterhin von Problemen bei der Besetzung offener Stellen. Insbesondere im Bau und im Verkehrsgewerbe bremsen diese die Geschäfte.
Hintergrund:
Die IHK-Konjunkturbefragungen erfolgen drei Mal jährlich zum Jahresbeginn, im Frühjahr und im Herbst. Die regionalen Unternehmen werden zur aktuellen Lage, zu den Geschäftsprognosen für die kommenden 12 Monate und den Geschäftsrisiken befragt. Die aktuelle Befragung zum Frühjahr fand vom 04. bis 25. April statt.