IHK-Umfrage Chemnitz Jahresbeginn 2018: Spitzenstimmung hält an

Die Stimmung in der regionalen Wirtschaft ist weiterhin hervorragend. Die Lageurteile fallen so gut wie noch nie aus. Momentan sind keine Anzeichen eines Abschwungs erkennbar. Die Geschäftserwartungen signalisieren anhaltendes Wachstum. Das sind die zentralen Aussagen der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Chemnitz, an der sich 640 Unternehmen mit rund 25.500 Beschäftigten aus den Wirtschaftsbereichen Industrie, Bau, Handel, Dienstleistungsgewerbe, sowie aus dem Güterverkehrsgewerbe beteiligten.
Im Kammerbezirk Chemnitz hat der Aufschwung im Laufe des Jahres 2017 an Breite gewonnen. Neben den Konsumausgaben tragen nun auch das Auslandsgeschäft und die anziehenden Investitionen zum Wachstum bei. Im Ergebnis steigt der Lagesaldo aus guten und schlechten Urteilen mit +63 Prozentpunkten auf einen neuen Höchststand. 65 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Geschäfte mit „gut“ nur 3 Prozent mit „schlecht“. Die Geschäftsprognosen verbreiten weiterhin Optimismus. 23 Prozent rechnen mit besseren Geschäften, lediglich 8 Prozent mit einer Verschlechterung. Im Ergebnis springt der Geschäftsklimaindex, der gleichrangig die Einschätzungen zur aktuellen Lage sowie zu den Geschäftserwartungen abbildet, mit 137 Punkten auf ein neues Allzeithoch.
In allen betrachteten Wirtschaftszweigen fallen die Lageeinschätzungen deutlich positiver als im Vorjahr aus. Im Vergleich beurteilt das Baugewerbe seine aktuellen Geschäfte am besten. Steigende Umsätze und eine weiter Verbesserung der Ertragslage unterstützen diese Einschätzung. Auftragsorder und Kapazitätsauslastung sind auch angesichts der milden Temperaturen im Dezember/Januar weiterhin sehr hoch.
Den größten Sprung nach oben macht die Industrie. Die Unternehmen berichten von einer stark verbesserten Geschäftslage. Sowohl die Binnennachfrage als auch die Auslandsnachfrage führen zu einem starken Umsatzwachstum, das laut den Unternehmensprognosen anhält. Steigende Investitionen und zusätzlicher Mitarbeiterbedarf unterstreichen die positive Stimmung. Vom industriellen Wachstum profitieren insbesondere die unternehmensnahen Dienstleister, das Güterverkehrsgewerbe und Teile des Großhandels. Die weiterhin starke Binnennachfrage stützt die Entwicklung in den konsumnahen Branchen. So konnte der Einzelhandel ein deutliches Umsatzplus erzielen.
Dank der hohen Auslastungen und der guten Nachfrage suchen die Unternehmen zusätzliches Personal. Allerdings entwickelt sich die Fachkräftesituation immer mehr zum Bremsklotz. Über die Hälfte der Befragten benennt den Mangel an Fachkräften als Geschäftsrisiko für die kommenden Monate. Die demografische Entwicklung und veränderte Qualifikationsanforderungen machen Stellenbesetzungen zunehmend schwieriger. Im Risikoradar folgen die Arbeitskosten, die Inlandsnachfrage und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen auf den Plätzen. Als wirtschaftspolitische Ärgernisse nennen die Unternehmen steigende Dokumentations- und Nachweispflichten, die hohe Steuer- und Abgabenlast, mögliche Dieselfahrverbote und die kostenintensive Energiepolitik.
Hintergrund:
Die IHK-Konjunkturbefragungen erfolgen drei Mal jährlich zum Jahresbeginn, im Frühjahr und im Herbst. Die regionalen Unternehmen werden zur aktuellen Lage, zu den Geschäftsprognosen für die kommenden 12 Monate und den Geschäftsrisiken befragt. Die aktuelle Befragung zum Jahresbeginn fand vom 11. Dezember bis 10. Januar statt.