Binnenkonjunktur trägt Wachstum

An der Befragung haben sich 672 Unternehmen mit rund 26.000 Beschäftigten aus den Bereichen Industrie, Bau, Dienstleistungsgewerbe, Handel sowie aus dem Güterverkehrsgewerbe beteiligt.
Im Jahr 2016 haben der Konsum und Bau die regionale Wirtschaft getragen, während die Entwicklung in der Industrie durch ein Auf und Ab geprägt war. Strukturelle Anpassungen und Lieferengpässe in der Automobilindustrie, die Schwäche von wichtigen Handelspartnern, wie von China und Russland, sowie außenpolitische Unsicherheiten wie der Brexit haben stärkere Wachstumsimpulse aus der Industrie verhindert.
Der Geschäftsklimaindex der südwestsächsischen Wirtschaft klettert mit 128 Punkten auf ein neues Allzeithoch. Während die Geschäftserwartungen besser ausfallen, verbleiben die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage auf dem Spitzenniveau der vorangegangenen Umfrage.
Die Geschäftsprognosen werden in allen Wirtschaftsbereichen nach oben korrigiert. Nur im Baugewerbe liegen die Erwartungen auf dem Vorjahresniveau. Hier begrenzen die hohe Kapazitätsauslastung und das hohe Ausgangsniveau ein stärkeres Wachstum. Den positivsten Ausblick gibt die Dienstleistungswirtschaft ab.
Während die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen weiter steigt, entwickelt sich die Fachkräftesituation immer mehr zum Bremsklotz. Knapp die Hälfte der Befragten benennt den Mangel an Fachkräften als Geschäftsrisiko für die kommenden Monate. Die demografische Entwicklung und veränderte Qualifikationsanforderungen machen Stellenbesetzungen zunehmend schwieriger.
Die Unternehmensinvestitionen treten weiter auf der Stelle. Trotz guter Finanzierungskonditionen und positiver Prognosen verharren die Investitionspläne auf dem Niveau der Vorumfragen. Vielen Unternehmen fehlt angesichts der sich schnell verändernden Rahmenbedingungen die notwendige Planungssicherheit für große Investitionen. Einerseits fehlen klare Investitionsanreize, andererseits gehen auch von den öffentlichen Investitionen zu geringe Impulse aus.
In den betrachteten Wirtschaftszweigen fallen die Lageeinschätzungen sehr unterschiedlich aus. Während die konsumnahen Branchen von der starken Binnennachfrage profitieren, agieren die produktionsnahen Wirtschaftsbereiche zurückhaltender. Die Dienstleistungswirtschaft gibt im Vergleich der Wirtschaftsbereiche die besten Lagebeurteilungen ab. Insbesondere die konsumnahen Dienstleistungsbereiche profitierten von der guten Arbeitsmarkt- und Einkommens-situation der Verbraucher. Im Gegensatz dazu fallen die Lagebewertungen der Unternehmensdienstleister im Vorjahresvergleich parallel zu den Einschätzungen in der Industrie zurückhaltender aus. Die Industrieunternehmen berichten trotzt steigender Dynamik am Jahresende von einem geringeren Umsatzwachstum als im Vorjahr. Insbesondere strukturelle Änderungen und Lieferengpässe im Automobilbereich haben in Kombination mit der nachlassenden Nachfrage aus China und Russland zu Rückgängen geführt.
Im Weihnachtsgeschäft verbuchte der Einzelhandel erneut Zuwächse. Die Konsumlaune ist in Folge stabiler Beschäftigung und wachsender Realeinkommen weiterhin sehr gut. Im Gegensatz dazu sind die Großhändler mit ihren Geschäften weniger zufrieden. In der Bauwirtschaft bleibt die Stimmung dank der hohen Nachfrage weiterhin gut, wenngleich die Bewertungen in den Wintermonaten traditionell etwas verhaltener ausfallen. Wachsende Umsätze führen auch im Güterverkehrsgewerbe zu neuen Spitzenbewertungen.
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