Spitzenstimmung dank optimistischer Prognosen

Die Stimmung in der regionalen Wirtschaft ist so gut wie nie. Die optimistischen Geschäftsprognosen, insbesondere in der Industrie, sorgen für einen kräftigen Anstieg des Geschäftsklimaindex und die Unternehmen sind mit ihrer ohnehin guten Geschäftssituation nochmals zufriedener.
Dies ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage der IHK Chemnitz im Frühjahr 2017, an der 588 IHK-zugehörige Unternehmen mit mehr als 35.000 Beschäftigen aus den Bereichen Industrie, Bau, Dienstleistungen, Handel und Güterverkehr teilnahmen.
57 Prozent der Unternehmen berichten von guten Geschäften, nur acht Prozent sind mit ihren aktuellen Geschäftsverlauf unzufrieden. Das Lagebarometer steigt auf ein neues Allzeithoch. Gegenüber der Vorumfrage zum Jahresbeginn legten die Industrie und der Handel deutlich zu, während das Güterverkehrsgewerbe nach dem Hoch deutlich zurückhaltender agiert. Die Dienstleistungswirtschaft gibt zwar im Vergleich der Wirtschaftsbereiche die besten Bewertungen ab, der Lagesaldo fällt jedoch leicht.
26 Prozent der Unternehmen (Vorumfrage: 21 Prozent) prognostizieren bessere Geschäfte, zehn Prozent blicken pessimistischer in die kommenden Monate. Die verbesserten Prognosen signalisieren für die kommenden Monate einen andauernden Aufschwung. Wachsende Aufträge sowie das anhaltend gute Konsumklima stützen im Zuge der Frühjahrsbelebung die Zuversicht.
Die gute Stimmung schlägt sich positiv auf die Investitions- und Einstellungs-
bereitschaft nieder. 79 Prozent der Befragten planen gleichbleibende und steigende Investitionsausgaben. Den größten Investitionsbedarf signalisieren die Bereiche Industrie und Dienstleistungen. Der Zugang zu Finanzmitteln wird von der Mehrheit positiv eingeschätzt (gut: 33 Prozent; befriedigend: 16 Prozent), nur knapp fünf Prozent bewerten diesen mit „schlecht“. Vier Prozent haben keine externe Finanzierung erhalten, 42 Prozent benötigen keine externe Finanzierung.
Während die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen spürbar steigt, entwickelt sich die Fachkräftesituation immer mehr zum Bremsklotz. 56 Prozent der Befragten sehen Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko. Es folgen die Arbeitskosten und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als größte Risiken.
„Die konjunkturelle Entwicklung stellt sich aktuell sehr positiv dar. Die außenwirtschaftlichen Verunsicherungen ‑ wie der Brexit, mögliche Handelshemmnisse in den USA, zunehmender Protektionismus oder die Russlandsanktionen ‑ sind momentan in der Breite nicht spürbar. Sorgen bereiten mir allerdings die mittel- und langfristigen Wachstumsaussichten. Wir müssen jetzt noch stärker in unsere Infrastruktur und Bildung investieren, um für die Zukunft gewappnet zu sein“, fasst Dr. h. c. Franz Voigt, Präsident der IHK Chemnitz zusammen.