Konjunkturumfrage

 Aufwärtstrend bestätigt, Risiken bleiben

Die positive Entwicklung der gewerblichen Wirtschaft im Kammerbezirk Chemnitz setzt sich im Frühjahr 2018 fort. Bei leicht gedämpfter Stimmung bleiben die Unternehmen nach wie vor auf Wachstumskurs. Das sind die zentralen Aussagen der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Chemnitz, an der sich 759 Unternehmen mit rund 34.000 Beschäftigten aus den Wirtschaftsbereichen Industrie, Bau, Handel, Dienstleistungsgewerbe sowie aus dem Güterverkehrsgewerbe beteiligten.
 65 Prozent der Unternehmen geben gute Lageurteile ab, nur 4 Prozent sind unzufrieden. Mit einem Lagesaldo von 61 Punkten wurde damit der Spitzenwert der Vorumfrage nur knapp verfehlt.
Besonders die Bauwirtschaft ist dank guter Auftragslage und niedrigen Zinsen weiterhin im Stimmungshoch. Der positive Trend setzt sich auch im Dienstleistungsgewerbe fort. Die Nachfrage nach unternehmensnahen und konsumorientierten Dienstleistungen ist ungebrochen. Die anhaltend gute Binnenkonjunktur beflügelt auch den Handel. Sowohl im Einzelhandel als auch im Großhandel fallen die Lageurteile so gut wie noch nie aus. In der Industrie lässt die Stimmung nach dem fulminanten Start in das Jahr 2018 etwas nach. Im Vergleich zur Vorumfrage entwickelten sich dort die Umsätze und folglich die Erträge weniger dynamisch. Angesichts steigender Kraftstoffpreise verliert auch das Güterverkehrsgewerbe an Fahrt.
Die Geschäftserwartungen bleiben optimistisch. Wachsende Auftragseingänge, hoher Konsum und steigende Investitionen verfestigen die positiven Prognosen.
Die Investitionsplanungen der Unternehmen sind im Zuge der hohen Auslastungen und niedrigen Zinsen weiterhin expansiv. Ersatzbeschaffungen bleiben wichtigstes Investitionsmotiv (64 %). Darüber hinaus nehmen Investitionen für Kapazitätserweiterungen (34 %) zu.
Folglich bleibt auch Personalnachfrage hoch. Insbesondere die Industrie, die Dienstleister und der Handel rechnen mit einem weiteren Personalaufbau. Allerdings entwickelt sich die Fachkräftesituation immer mehr zum Bremsklotz. 66 Prozent der Befragten benennen den Mangel an Fachkräften als das Geschäftsrisiko für die kommenden Monate. Im Bau- und im Güterverkehrsgewerbe gibt es laut Umfrage die größten Stellenbesetzungsprobleme.
Neben den Fachkräfteengpässen sehen die Unternehmen Risiken bei den Arbeitskosten und bei den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Hier nennen die Unternehmen u.a. steigende Bürokratie ‑ bspw. durch die EU-Datenschutz-Grundverordnung ‑ sowie die Erhöhung des Mindestlohns als Hemmnisse.

Fachkräftesituation in Sachsen

Die Ergebnisse aus dem sächsischen Fachkräftemonitoring 2018 finden Sie hier.