Konjunkturumfrage

Regionale Wirtschaft wächst langsamer
Die Wirtschaft im Kammerbezirk Chemnitz bewegt sich nach wie vor auf Expansionskurs, allerdings verringert sich ihr Wachstumstempo. Während die Unternehmen weiterhin robuste Einschätzungen zur Geschäftslage abgeben, flauen die Geschäftserwartungen für die kommenden 12 Monate etwas ab. Das Vertrauen in beständiges Wirtschaftswachstum nimmt angesichts drohender Handelskonflikte sowie steigender Kosten- und Bürokratiebelastungen ab. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Chemnitz, an der sich 764 Unternehmen mit mehr als 31.000 Beschäftigten beteiligten.
Der IHK-Geschäftsklimaindex, der die Einschätzungen zur aktuellen Lage und zu den Geschäftserwartungen gleichmäßig berücksichtigt, fällt nach der Bestmarke zum Jahresbeginn weiter auf 131 Punkte (Frühjahr 2018: 135 Punkte).
Mit 63 Prozent bewertet eine deutliche Mehrheit der Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut. Nur sechs Prozent der Befragten sind unzufrieden. Im Ergebnis fällt der Lagesaldo leicht auf 57 Punkte. Die auf hohem Niveau stabilen Gesamteinschätzungen spiegeln sich auch im Vorjahresvergleich wider. Außer im Handel und im Verkehrsgewerbe geben alle Wirtschaftsbereiche gleichbleibende oder bessere Bewertungen ab. Trotz anhaltenden Beschäftigungsaufbau sowie steigenden Löhnen und Gehältern machen dem Handel vor allem die demografische Entwicklung und die Konkurrenz aus dem Netz zu schaffen. Im Verkehrsbereich schlagen die gestiegenen Kosten (Kraftstoffpreise, Maut) auf die Einschätzungen durch. Insbesondere die ab 2019 geplante Mauterhöhung trübt die Stimmung zusätzlich. Industrie und Dienstleister blieben auf hohem Niveau stabil.
Die Geschäftserwartungen fallen deutlich zurückhaltender aus. Alle Wirtschaftsbereiche korrigieren ihre Prognosen nach unten. Meistgenanntes Geschäftsrisiko ist mit aktuell 64 Prozent der Fachkräftemangel, was vor allem auf die zunehmenden Probleme bei der Besetzung offener Stellen zurückzuführen ist. Es folgen die Arbeitskosten mit 48 Prozent der Nennungen und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit 37 Prozent auf den Rängen. Hier werden beispielsweise wachsende Bürokratie, zunehmende Kosten, die Zoll- und Handelskonflikte (USA, Iran, USA-China, Russland), der Brexit, steigende Energie- und Kraftstoffpreise aber auch die Verzögerungen bei der Durchführung von Kfz-Abgastests (WLTP) genannt.