IHK-Pendlerreport 2016

Obwohl in den letzten Jahren die Differenz zwischen Ein- und Auspendlern kontinuierlich gesunken ist, weist Südwestsachsen 2015 immer noch einen
negativen Pendlersaldo (Einpendler minus Auspendler) von etwa 22.700 Beschäftigten aus. Viele (hoch)qualifizierte Arbeitskräfte verlassen immer noch die Region;
rund 26.600 pendeln in die alten Bundesländer.
Der Kammerbezirk Chemnitz zeichnet sich überwiegend durch starke lokale Pendlerverflechtungen zwischen der kreisfreien Stadt Chemnitz und den Kreisen Mittelsachsen, Erzgebirgskreis, Vogtlandkreis und Zwickau aus. Die Stadt Chemnitz zieht dabei deutlich mehr Ein- als Auspendler an, während in den Landkreisen der Pendlersaldo negativ ist. Zwar bleiben die meisten Südwestsachsen ihrer Heimat treu und arbeiten in der Region, aber jeder zwanzigste Beschäftigte pendelt regelmäßig zur Arbeit in die alten Bundesländer.
Vom Fachkräfteabfluss sind verhältnismäßig stark die Bereiche Bau, Information und Kommunikation sowie das Produzierende Gewerbe betroffen. Diese Wirtschaftszweige verzeichnen den größten negativen Anteil aus Pendlersaldo zu den Beschäftigten. Vielfach verlassen (hoch)qualifizierte Fachkräfte die Region; jeder fünfte ist Akademiker.
Der typische Auspendler aus Südwestsachsen ist männlich, fährt ins benachbarte Bayern (23 %) und ist zwischen 40 bis 65 Jahren alt. Er arbeitet in der Unternehmens-
führung/ -organisation, im Bereich Führung von Fahrzeug- und Transportgeräten oder in Maschinen- bzw. Fahrzeugtechnikberufen und hat einen anerkannten Berufsabschluss oder studiert.
Mit Blick auf die starken Pendlerverflechtungen von Chemnitz und seinem Umland gilt es weiterhin eine bessere verkehrstechnische Vernetzung zwischen Stadt und den ländlichen Gebieten voranzutreiben.