Gesetzliche Unfallversicherung I Berufsgenossenschaft

Vom Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung profitieren Selbstständige und Arbeitnehmer (aber auch Studenten und ehrenamtlich Tätige) gleichermaßen. Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherungen sind Körperschaften öffentlichen Rechts.
Die gesetzliche Unfallversicherung ist eine „Haftpflichtversicherung“ für die Arbeitgeber gegenüber ihren Arbeitnehmern. BG-pflichtversichert sind teilweise auch Inhaber von Unternehmen. Sie soll nach Eintritt eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit den Verletzten, seine Angehörigen und seine Hinterbliebenen entschädigen. Diese Entschädigung erfolgt mit dem Ziel
  • der Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit,
  • der Arbeits- und Berufsförderung und
  • der Erleichterung von Verletzungsfolgen.
Entschädigt wird in Form von Sach- und Geldleistungen. Beispiele für Leistungen sind die Durchführung von Rehabilitationsmaßnahmen, die Zahlung von unterstützenden Leistungen, wie z. B. Übergangsgeld, Renten, Beihilfen und Abfindungen. Der Versicherungsschutz gilt für die Folgen eines Arbeitsunfalls, einer Berufskrankheit sowie für Unfälle auf dem direkten Weg von und zur Arbeit. Vordringliche Aufgabe der Berufsgenossenschaften ist es jedoch, mit allen geeigneten Mitteln Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten sowie Gesundheitsgefahren zu verhindern. Zu diesem Zweck werden Unfallverhütungsvorschriften erlassen, die den Unternehmen bekannt zu geben sind.
Rechtsgrundlage der gesetzlichen Unfallversicherung ist seit dem 1. Januar 1997 das 7. Buch des Sozialgesetzbuches (SGB VII). Träger der Unfallversicherung im gewerblichen Bereich sind nach Branchen zugeordnete Berufsgenossenschaften (BGs). Die Satzung der jeweiligen Berufsgenossenschaft regelt die sachliche und örtliche Zuständigkeit. Kraft Satzung der BGs kann auch der mitarbeitende Ehegatte selbst unfallpflichtversichert sein.
Beachten Sie, dass Sie sich innerhalb einer Woche nach Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit bei Ihrer zuständigen Berufsgenossenschaft melden müssen, unabhängig davon, ob eine Pflichtversicherung gegeben ist. Durch rechtzeitige Anmeldung des Unternehmens lassen sich spätere Nachforderungen vermeiden, da die Beiträge immer noch rückwirkend für viele Jahre zum Ablauf des Kalenderjahres der Fälligkeit gefordert werden kann
Egal ob Sie es „nebenbei“ führen, eine Vollexistenz gründen oder zusätzlich zur schon bestehenden Selbstständigkeit ein weiteres Gewerbe aufnehmen möchten – zu welcher Berufsgenossenschaft Ihr Unternehmen gehören wird, erfahren Sie u. a. bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung unter www.dguv.de. Das Merkblatt „Die gesetzliche Unfallversicherung in der Berufsgenossenschaft (BG)" enthält weitere wichtige Hinweise.