DIHK-Report Unternehmensnachfolge

DIHK-Präsident Eric Schweitzer:
"Die Unternehmensnachfolge wird für viele Betriebsinhaber zur sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Noch nie haben sich so viele Alt-Inhaber bei der Suche nach einem Nachfolger für ihren Betrieb an ihre regionale Industrie- und Handelskammer gewandt. Immer mehr Inhaber erreichen das Ruhestandsalter. Gleichzeitig wird es immer schwerer, externe Interessenten zu finden - auch, weil hierzulande das Interesse am Unternehmertum weiter nachlässt."
Für zusätzliche Verunsicherung sorgt die schwierige Umsetzung des neuen Erbschaftsteuergesetzes. Nahezu jeder vierte Betriebsnachfolger berichtet der IHK, dass die familieninterne Unternehmensübertragung durch die Erbschaftsteuer gefährdet ist. Denn im Prinzip hängt über jeder Betriebsübergabe das Damoklesschwert hoher Steuerzahlungen.
Umso wichtiger ist es, dass die konkrete Umsetzung und Anwendung der Erbschaftsteuer mittelstandsfreundlich durchgeführt wird. Auch müssen Betriebsübergaben deutlich weniger bürokratisch erfolgen können. So sollte die Politik die Aufbewahrungsfristen für Steuerunterlagen von zehn auf fünf Jahre verkürzen. Denn: Je einfacher ein Nachfolger einsteigen kann, desto eher lassen sich auch geeignete Nachfolger finden.
Auch Agenturen wie etwa Reuters oder AFP und regionale Blätter greifen derzeit die Ergebnisse auf. Damit konnte dem bedeutsame Service der IHKs für Senior-Unternehmer und potenzielle Nachfolger abermals bundesweite Aufmerksamkeit verliehen werden.
(Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.12.2017)